Story:

Die Polizei Aachen nimmt die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg an einer Protestaktion in Lützerath in Gewahrsam. Ihr kaum verstecktes Lächeln und die etwas gestellt anmutenden Bilder des Polizeieinsatzes sorgen in den sozialen Medien für teilweise heftige Reaktionen.

Einschätzung:

"Fake", wie viele User auf Twitter unterstellen, sind die Bilder keinesfalls - sie wurden ja nicht nachträglich gefälscht. Vielmehr scheinen sie inszeniert zu sein: Die Klima-Aktivist:innen verfügen über eine hervorragend geölte PR-Machinerie, um ihre Protagonist:innen ins Scheinwerferlicht zu rücken. Auf der anderen Seite wissen auch die Einsatzkräfte um die mediale Aufmerksamkeit, vermeidet daher - nach vorgängigen Gewaltszenen - einen konfrontativen Eindruck tunlichst und machen das Spiel daher insgesamt mit. Der PR-Stunt von beiden Seiten mündet in ungewohnten Bildern, die tatsächlich an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln lassen.

Beitrag vom 18. Januar 2023 auf Radio Energy

Story:

Die Luzerner Polizei fährt eine Kampagne unter dem Motto «117 Prozent Du», um neue Polizistinnen und Polizisten anzuwerben. Diese sieht sich allerdings der heftigen Kritik (namentlich aus dem linksautonomen Lager) ausgesetzt, dass die gezeigten Bilder ein falsches und einseitiges Bild der Polizeiarbeit vermitteln.

Einschätzung:

Die Kritik an Bildsprache und Tonalitätist ist berechtigt: Die vier Bilder sind ausnahmslos im Umfeld von Krisenintervention und Blaulicht angesiedelt, auch der Slogan "mittendrin, präsent, fokussiert und standfest" wirkt rabiat. Bilder etwa aus dem Verkehrsunterricht mit Kindern oder dem Ordnungsdienst im Verkehr hätten dazu beigetragen, auch die "mitfühlende, besonnene Art" der Polizeiarbeit zu zeigen, wie sich das die kritisierende Gruppierung in ihrem Communiqué wünscht.

Beitrag vom 26. Oktober 2022 auf Radio Energy Luzern

Story:

Mit einer ganzen Reihe von Sitzblockaden stören die Klima-Aktivisten von Renovate Switerzland über mehrere Tage den Verkehr in verschiedenen Schweizer Städten. Die Gruppe fordert vom Bundesrat, in kurzer Zeit ein Programm zum Verhindern der Klimakrise zu entwerfen.

Einschätzung:

Renovate Switzerland mag das selbst gesteckte Ziel, zu Aufmerksamkeit zu gelangen, erreicht haben. Dank der aufwändigen Aufarbeitung der Publikumsmedien ist es den Aktivisten zudem gelungen, ihre Botschaften und Forderungen dort auch unterzubringen.

Das allerdings zu einem hohen Preis: Das Mittel des zivilen Ungehorsams provoziert Publikum und Politik gleichermassen und schafft so ein hohes Mass von Aversion. Diese wird dadurch verstärkt, dass die offensichtliche Erpressung des Bundesrates in einer Demokratie auf Unverständnis stossen muss. Schliesslich erweisen die Blockaden der gemässigten Klimabewegung genau dadurch einen Bärendienst.

Beitrag vom 20. Oktober 2022 auf Radio Energy

Story:

Purpose Marketing ist derzeit im Schwange, und so darf es nicht erstaunen, dass zahlreiche Unternehmen den eben angelaufenen Pride Month nutzen, um ihr Marketing mit der Regenbogenfahne und Botschaften rund um Lgtbq+ anzureichern. Dies nicht immer zur Freude der User und insbesondere der Community, die sich unfreiwillig kommerzialisiert sehen.

Einschätzung:

Diese Form von Marketing und Kommunikation ist tatsächlich heikel, sie kann gerne in negatives Virtue Signalling umschlagen, so kontraproduktiv wirken und einen Reputationsschaden verursachen. Entscheidend ist also, dass der Auftritt eines Unternehmens glaubwürdig ist, weil sich dahinter ein wahrnehmbar grosses Engagement für Inklusion und Corporate Social Responsibility verbirgt.

Beitrag vom 10. Juni 2021 auf Radio Energy

Story:

Der Sänger Xavier Naidoo entschuldigt sich in einem Video-Statement für seine «verstörenden Äusserungen» und seine wirren Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie.

Einschätzung:

Inhaltlich ist das Video - abgesehen von einigen Unstimmigkeiten - in Ordnung: Naidoo zeigt sich einsichtig, reumütig und besserungswillig. Allerdings wirken sowohl der Zeitpunkt als auch der Ursprung der Einsicht (im Ausbruch des Krieges in Usbekistan) wenig glaubhaft. Zudem geht dadurch, dass Naidoo eine dreiminütige (geschliffene) Rede vom Teleprompter abliest, die existenziell wichige Authentizität weitgehend verloren.

Session 1 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Session 2 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Session 3 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Das Video-Statement von Xavier Naidoo auf YouTube

Story:

Der Weihnachtsspot der Migros zeigt Robin, eine "liebenswürdige Lieferdrohne", die an Menschlichkeit erinnern soll. "Lassen wir niemanden alleine" ist laut Mitteilung des Grossverteilers mehr als eine Werbebotschaft – es ist eine Mission.

Einschätzung:

Die Figur ist gut gewählt, weil die kleine Drohne weder Herz noch Seele hat, und doch einen grossen Charakter ausstrahlt. So ist sie ein gutes Aushängeschild für eine ganze Weihnachtskampagne, in der sich die Migros für mehr Miteinander engagiert.

Beitrag vom 16. Dezember 2021 auf Radio Energy

Der Weihnachtsspot auf Youtube

Story:

Tosca Stucki ist für die Kantonspolizei Basel-Stadt auf Social Media als «I-Cop» unterwegs. Ihr erstes Video geht viral - auch darum, weil die User der Polizistin vorhalten, Strassenverkehrsegeln verletzt zu haben.

Einschätzung:

Social Policing und die Idee des iCop sind nach meinem Dafürhalten eine tolle kommunikative Massnahme im Service Public. Es soll damit auch gelingen, zu zeigen, dass Funktionsträger auch Menschen sind - was genau mit diesem Clip ja passiert.

Beitrag vom 10. Mai 2021 auf Radio Energy (ab 0:53)

Der Clip auf Instagram

Story:

Schweiz Tourismus produziert den Clip "No Drama" für Social Media, in dem neben Botschafter Roger Federer auch der legendäre Schauspieler und Oscar-Preisträger Robert De Niro auftritt.

Einschätzung:

Fraglos ein - etwas überraschender - Coup von Schweiz Tourismus. Mit dem Autritt von De Niro werden die Aufmerkasmkeit und somit die Chance, dass das Video eine grosse Verbreitung findet, noch grösser.

Beitrag vom 4. Mai 2021 auf Radio Energy (ab 2:08)

Der Clip auf YouTube

Story:

Ein neuer Spot soll Bernerinnen und Berner animieren, sich schon bei den kleinsten Anzeichen für Corona testen zu lassen. Ein junger Mann berichtet einer jungen Frau bei einer zufälligen Begegnungen spontan und ungefragt von seinen negativen Charakterzügen.

Einschätzung:

Die Botschaft "Besser, man weiss gleich Bescheid" ist einfach und einprägsam, erreicht über die richtigen Kanäle ein richtiges Zielpublikum, ist insgesamt also sicher gut gemacht.

Beitrag vom 2. Dezember 2020 auf Radio Energy

Der Clip auf YouTube

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