Story:
Der Hype rund um die neuen Chips mit Aromat-Geschmack von Zweifel scheint sorgfältig vorbereitet und befeuert worden zu sein, und doch sorgt die Nachricht am 28. Oktober schweizweit für Aufsehen und Furore. Auch die Redaktion von Energy Downtown lässt sich von der Begeisterung anstecken, sie entsendet ihren Starreporter Luzi Fricker, um mit dem Kommunikationsberater über die Zusammenarbeit der zwei Schweizer Urgesteine zu sprechen.
Einschätzung:
Zur Ausstrahlung in der Sendung kommt lediglich die Aussage, dass die Produzenten von Zweifel natürlich einen «smart move» machen, wenn sie die neuen Chips am 1. Dezember als «limitierte Edition» lancieren. So ist es absehbar, dass diese Auflage sehr schnell ausverkauft sein uns sich «einer grossen Nachfrage» erfreut haben wird, so dass die Aromat Chips in die reguläre Produktion übergehen können.
Davor hat sich der Kommunikationsberater mit dem Reporter aber noch ausführlich darüber unterhalten, dass der Hype keinesfalls generisch entstanden ist, sondern - gekonnt - herbeigeführt worden ist. So scheint es keineswegs ein Zufall zu sein, dass «20 Minuten» die Geschichte sehr schnell und sehr ausführlich aufgenommen und bis zum Launch nicht weniger als vier Mal darüber berichtet hat. Flankierend dazu hat Zweifel den Hype natürlich selber mit Gossip auf den sozialen Medien befeuert.
Story:
Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump seine Zölle für die Schweiz auf unerwartet hohe 39 Prozent ansetzt, erreicht diese ausgerechnet am Nationalfeiertag. Entsprechend schnell, schwarzseherisch und emotional sind die Kommentare aus den Medien, aus der Wirtschaft und aus der Politik. Die Redaktion von Radio Energy stellt den Kommunikationsexperten also vor die Frage, ob der Bundesrat schlecht kommuniziert und damit einen erheblichen Vertrauensverlust erlitten hat.
Einschätzung:
Eine fürwahr delikate Aufgabe für den Kommunikationsberater, der hierzu abwiegelt: Auf der einen Seite hat der Bundesrat – in einer Frage nationalen Wohlbefindens – in seiner Kommunikation kurzfristig Transparenz und Geschwindigkeit vermissen lassen: Der Zollhammer hätte bestimmt Gegenstand der 1. August-Reden sein müssen. Zudem hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter das Telefongespräch mit Präsident Donald Trump vorerst anders geschildert, als es sich nachträglich herausgestellt hat.
Auf der anderen Seite möchte der Kommunikationsberater nicht nur schlechte Noten verteilen. Der Bundesrat hat – in der Ferienzeit – nach einem ersten Schock schnelles Reaktionsvermögen gezeigt und sich von den Unkenrufen aus Medien, Politik und Wirtschaft nicht aus der Ruhe bringen lassen: In einer nachgelagerten Phase ist es ihm gelungen, Ruhe auszustrahlen, der Emotionalität Besonnenheit entgegenzuhalten und insgesamt die Botschaft zu vermitteln, dass er und sein Umfeld die Lage wieder in den Griff zu bekommen versuchen und mit grösstem Engagement nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.
Story:
So einfach kann, so scheint es, Marketing sein: Zum wiederholten Male setzt Coca-Cola statt des klassischen Logos während einer bestimmten Zeit nur einen Vornamen auf das Etikett – ergänzt mit dem Slogan «Share a Coke with…». Der Kampagne, die 2011 in Australien aus der Taufe gehoben wurde, liegt ein simpler Gedanke zugrunde: Drucke beliebte Vornamen auf Cola-Flaschen und ermutige Menschen, diese mit Freunden zu «teilen» (was mit Hinsicht auf Social Media durchaus eine doppelte Bedeutung hat). Innerhalb kurzer Zeit hat Coca-Cola die Aktion in über 80 Länder exportiert, darunter natürlich auch die Schweiz. Radio Energy will vom Kommunikationsberater wissen, ob Marketing wirklich so leicht ist, wie das Beispiel zeigt.
Einschätzung:
Nein, Marketing ist bestimmt nicht so leicht! Eine der Raffinessen von «Share a Coke» ist gerade, dass sie darum einfach wirkt, weil sie die Aufgaben des Marketings im Grunde den Konsumentinnen und Konsumenten übergibt: Diese setzen sich intensiv mit dem Produkt auseinander (weil sie die gewünschten Namen im Regal suchen), kaufen es, um es auch in der Community weiterzuverschenken, und bewerben die Flaschen schliesslich selber, indem sie Bilder davon in den sozialen Medien publizieren.
Weitere Erfolgsfaktoren der Kampagne sind:
Klar, dass sich bei einem so grossen Erfolg einer so einfachen Kampagne sofort zahlreiche Nachahmer finden. Der Kommunikationsberater nennt dafür Beispiele wie etwa Toblerone, Nutella, Ovomaltine, Rivella, Red Bull und – über den Food-Bereich hinaus – Nivea oder die Velomarke Simpel.
Notiz am Rande: Dass er fürs erste Quote mit «Michael Herrmann» eingeführt wird, veranlasst den live zuhörenden Kommunikationsberater, eine augenzwinkernde Sprachnachricht aufs Studio-WhatsApp zu schicken. Worauf sich Moderator Roger Schürch umgehend wortreich und ebenso ausgenzwinkernd per Sprachnachricht entschuldigt.
Quote 1 in Energy Downtown vom 24. Juni 2025
Story:
Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nimmt für Schweiz Tourismus eine Videobotschaft auf, in der sie die 16 teilnehmenden Teams zur Uefa Women's Euro 2025 begrüsst. In makellosem British English wirbt sie mit dem Slogan «In Switzerland, even if you lose, you win» für das Ferienland Schweiz. Das Video mit dieser humoristischen Note wird in den Medien und vom Publikum gefeiert, geht auf TikTok viral und erhält von Radio Energy auch auf Instagram gute Noten. Dennoch will die Redaktion vom Kommunikationsexperten wissen, ob auch er die Begeisterung für die Keller-Suttersche Grussbotschaft teilt.
Einschätzung:
Das tut er nicht vorbehaltlos! Der Kommunikationsexperte erlaubt sich den (gegenüber dem Sender bereits gemachten) Hinweis, dass Hazel Brugger und Sandra Studer vor nicht allzu langer Zeit am ESC gezeigt haben, dass Standortwerbung auch locker, frisch und spritzig sein kann. Gerade im Vergleich dazu wirkt die Grussbotschaft der Bundespräsidentin – auch wegen der schweren Hintergrundmusik – doch eher behäbig und schwer. Zudem scheint es dem Experten ein wenig ein Purzelbaum, wenn sie zwar – passend zum Slogan – die Spielerinnen anspricht, aber eigentlich die Fans und die Besuchenden meint. Ansonsten attestiert er dem Video aber schöne Bilder, gute Botschaften, eine präsidiale Ansprache und hohe Professionalität.
In weiteren Antworten äussert er sich zu Fragen nach dem Wert der Grussbotschaft für die Euro sowie zu Erfolgsfaktoren und zu Dos and Don'ts für ein derartiges Video. Diese Antworten gehen den Lokalredaktionen von Radio Energy ungefiltert zu, damit diese sie für ihre jeweils eigenen Geschichten verwenden können. Die verlinkte Tonspur unten zeigt daher gut, wie unterschiedlich die Moderatorinnen und Moderatoren in Zürich, Basel, Luzern (2x) und St. Gallen die Töne verwenden, um damit ihre Morgenshow zu unterlegen.
Story:
Die Meldung sorgt für ein gehöriges Rauschen im Blätterwald: Die SBB hat in ihren Zugrestaurants die Weltmarke Coca-Cola abgesetzt und schenkt dafür ab sofort das Schweizer Softgetränk Vivi Kola aus. Nachdem kurz vorher schon Lidl die neue Marke «Qualité Suisse» lanciert hat, will Energy Starreporter Luzi Fricker vom Kommunikationsexperten wissen, ob in der Lebensmittelbranche ein neuer Trend hin zu mehr Swissness zu erkennen sei.
Einschätzung:
Nachdem er sich gegenüber Radio Energy schon zum neuen Schweizerkreuz auf der Toblerone geäussert hat, kann der Kommunikationsberater diese Beobachtung bestätigen und erklären: Die Konsumentinnen und Konsumenten haben erkannt, dass hiesige Lebensmittel sympathisch sind, weil sie authentisch, glaubwürdig, bekannt und nachhaltig sind. «Aus der Region für die Region» geniesst hierzulande ein grosses Vertrauen.
Auch die Nachfrage, ob sich damit im Schweizer Markt neue Chancen für lokale Marken eröffnen, kann der Kommunikationsexperte bestätigen. Eine grosse Reportage über Bschüssig, die letzte Teigwarenfabrik der Schweiz, hat das eindrücklich belegt. Neuauflagen oder Rettungen von Traditionsmarken (über die Lebensmittelbranche hinaus) wie etwa Banago, Lahco, Nabholz, Künzli oder Wisa Gloria bestätigen diesen grossen Sympathie-Bonus von Schweizer Produkten eindrücklich.
Story:
Nach dem ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest ESC 2025 in Basel feiert das Netz das Moderationsduo. Sandra Studer und Hazel Brugger begeistern mit Lockerheit, Wortwitz und Spontaneität. Ihr in der Pause vorgetragener Song «Made in Switzerland» findet im Gros der Schweizer Medien höchstes Lob. Die Redaktion von Radio Energy will vom Kommunikationsberater wissen, ob er in die Lobeshymnen einstimmt.
Einschätzung:
Der Kommunikationsberater weist darauf hin, dass sich im Netz durchaus auch deftige Kritik findet, dass ihm die Halbzeit-Performance aber gut gefallen hat. Insbesondere die früh erkennbare und dick aufgetragene Selbstironie haben den Auftritt locker, frisch, spritzig und mutig gemacht. Alles Eigenschaften, welche die Schweiz bestimmt nach aussen tragen darf.
Im Weiteren warnt der Experte allerdings vor allzu viel Selbstironie: Untertreiben die Moderatorinnen sie, riskieren sie, nicht verstanden zu werden; übertreiben sie aber damit, kann das «cringe» wirken. Für das Finale vom Samstag empfiehlt der Kommunikationsexperte jedenfalls, mehr auf Glamour und weniger auf Klamauk zu setzen.
Danach befragt, welche Wirkung der ESC denn nun für die Schweiz erziele, lobt der Experte natürlich das grosse Schaufenster und die tolle Aussenwirkung in einem positiven Umfeld. Ihm gefällt insbesondere aber auch die Innenwirkung, das Signal, dass die Schweiz bereit und motiviert ist, einen derartigen Mega-Anlass zu stemmen und erfolgreich durchzuführen - und sich nicht von einigen Rappenspaltern und Spassbremsen davon abhalten lässt.
Story:
Die Story sorgt für ein gehöriges Aufsehen in den Schweizer Medien: Mondelēz International, Besitzerin der Toblerone, investiert rund 65 Millionen Franken in die Schoggi-Fabrik in Bern. Das ermöglicht es der Schweizer Kult-Marke auch, anstelle des verlorenen Matterhorns neu das Schweizerkreuz auf die Verpackung aller in der Schweiz hergestellten Toblerone-Produkte zu setzen. Die Redaktion von Energy Downtown befragt den Kommunikationsexperten, worin die Bedeutung dieses Schrittes liegt.
Einschätzung:
Von den drei sorgsam beantworteten Fragen geht am Abend nur eine über den Sender, diejenige nach der Bedeutung des Schweizerkreuzes. Der Experte darf dieses mit dem Konstrukt «Swissness» in Verbindung bringen und darlegen, mit welchen Werten die Schweiz denn gerne im Ausland wahrgenommen werden würde.
Nicht publiziert werden seine Gedanken dazu, warum Toblerone nicht auf das Matterhorn zurückgekommen ist und lieber das Schweizerkreuz setzt und warum Swissness Qualität zum Ausdruck bringt und daher einen höheren Preis rechtfertigen soll.
Story:
Der Hype um alles, auf dem «Dubai» steht, zieht immer weitere Kreise: Im November 2024 lanciert die Käserei Seiler im Kanton Obwalden das Dubai-Raclette. Die überraschende Kombo findet das Interesse nationaler und internationaler Medien, so auch von Radio Energy.
Einschätzung:
Natürlich handelt es sich beim Dubai-Raclette um einen Marketing-Gag, wie das die Geschäftsführerin der Käserei Seiler auch unumwunden zugibt. Anbietende, die auf den Trend aufspringen wollen, müssen natürlich schnell ein passendes Angebot auf den Markt bringen und dieses dann auch rechtzeitig wieder herunterfahren können. Gelingt das, kann neben einem wirtschaftlichen Erfolg auch ein positives Image winken, das Anbietende als schnell, trendy und nahe am Zeitgeist positioniert.
Story:
Die HandelsZeitung portiert einen LinkedIn-Post des Bulgari-CEO Jean-Christophe Babin, was flugs vornehmlich in Boulevard-Medien Weiterverbreitung und so auch Eingang in die Top-Story von Radio Energy findet. In seinem Post moniert Babin, dass Passagiere der Swiss «Geiseln der Inkompetenz und Arroganz» seien. Zahlreiche Kommentare von anderen Vielfliegern stützen die Aussage des angesäuerten CEO. Kurze Zeit nach der Publikation löscht Babin seinen Post allerdings.
Einschätzung:
Der Kommunikationsexperte schätzt die Berichterstattung und den Post eines weiteren Wutbürgers als kleinen Schwelbrand ein und sieht darin keinen nachhaltigen Imageschaden für die Fluggesellschaft. Weitaus folgenschwerer könnte es sein, dass die HandelsZeitung in Zusammenhang damit statistisch erhärtete Fehlleistungen der Swiss publiziert. Das könnte im Gedächtnis des Publikums haften bleiben, in Zukunft Wiedererkennung finden und so zu einem schleichenden Vertrauensverlust führen.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sich auch Babin keinen Gefallen getan hat: Von einem CEO einer führenden Marke darf man erwarten, dass er rational und bedacht handelt und kommuniziert, sich also nicht zu derlei emotionalen Posts hinreissen lässt.
Story:
Snoop Dogg, vormals Gangsta, Kiffer und Pimp, heute TV-Personality und Entertainer, begeistert an den Olympischen Spiele 2024 in Paris als TV-Sonderkorrespondent und Liebling des Social-Media-Publikums. Der Rapper sorgt für den US-Sender NBC für unterhaltsame Momente und holt ein insbesondere jüngeres Publikum zurück an die Live-Übertragungen. Die Redaktoren von Energy fragen beim Kommunikationsexperten nach, ob das für Snoop Dogg nicht auch mit Risiken verbunden sei.
Einschätzung:
Snoop Dogg wird sich kaum Gedanken über irgendwelche Risiken machen, dafür ist er zu impulsiv und dafür nimmt er sich selber viel zu wenig ernst. Und genau darum besteht aus Sicht des Kommunikationsexperten keinerlei Risiko: Die Auftritte des Dogg sind dermassen überzeichnet, dass sie schon als Persiflage durchgehen. Die alten Fans aus den Gangsta-Zeiten werden sich blendend amüsieren, wie er das Establishment aufmischt. Die junge Generation freut sich über die coolen Pranks. Sie hat sich vorher an der bierernsten Sport-Berichterstattung gelangweilt und begeistert sich nun über die kumpelhafte Herangehensweise des 52-jährigen Rappers.