Story:
Der Hype um alles, auf dem «Dubai» steht, zieht immer weitere Kreise: Im November 2024 lanciert die Käserei Seiler im Kanton Obwalden das Dubai Raclette. Die überraschende Kombo findet das Interesse nationaler und internationaler Medien, so auch von Radio Energy.
Einschätzung:
Natürlich handelt es sich beim Dubai Raclette um einen Marketing-Gag, wie das die Geschäftsführerin der Käserei Seiler auch unumwunden zugibt. Anbietende, die auf den Trend aufspringen wollen, müssen natürlich schnell ein passendes Angebot auf den Markt bringen, dieses dann aber auch rechtzeitig wieder herunterfahren können. Gelingt das, kann neben einem wirtschaftlichen Erfolg auch ein positives Image winken, das Anbietende als schnell, trendy und nahe am Zeitgeist positioniert.
Story:
Die HandelsZeitung portiert einen LinkedIn-Post des Bulgari-CEO Jean-Christophe Babin, was flugs vornehmlich in Boulevard-Medien Weiterverbreitung und so auch Eingang in die Top-Story von Radio Energy findet. In seinem Post moniert Babin, dass Passagiere der Swiss «Geiseln der Inkompetenz und Arroganz» seien. Zahlreiche Kommentare von anderen Vielfliegern stützen die Aussage des angesäuerten CEO. Kurze Zeit nach der Publikation löscht Babin seinen Post allerdings.
Einschätzung:
Der Kommunikationsexperte schätzt die Berichterstattung und den Post eines weiteren Wutbürgers als kleinen Schwelbrand ein und sieht darin keinen nachhaltigen Imageschaden für die Fluggesellschaft. Weitaus folgenschwerer könnte es sein, dass die HandelsZeitung in Zusammenhang damit statistisch erhärtete Fehlleistungen der Swiss publiziert. Das könnte im Gedächtnis des Publikums haften bleiben, in Zukunft Wiedererkennung finden und so zu einem schleichenden Vertrauensverlust führen.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sich auch Babin keinen Gefallen getan hat: Von einem CEO einer führenden Marke darf man erwarten, dass er rational und bedacht handelt und kommuniziert, sich also nicht zu derlei emotionalen Posts hinreissen lässt.
Story:
Snoop Dogg, vormals Gangsta, Kiffer und Pimp, heute TV-Personality und Entertainer, begeistert an den Olympischen Spiele 2024 in Paris als TV-Sonderkorrespondent und Liebling des Social-Media-Publikums. Der Rapper sorgt für den US-Sender NBC für unterhaltsame Momente und holt ein insbesondere jüngeres Publikum zurück an die Live-Übertragungen. Die Redaktoren von Energy fragen beim Kommunikationsexperten nach, ob das für Snoop Dogg nicht auch mit Risiken verbunden sei.
Einschätzung:
Snoop Dogg wird sich kaum Gedanken über irgendwelche Risiken machen, dafür ist er zu impulsiv und dafür nimmt er sich selber viel zu wenig ernst. Und genau darum besteht aus Sicht des Kommunikationsexperten keinerlei Risiko: Die Auftritte des Dogg sind dermassen überzeichnet, dass sie schon als Persiflage durchgehen. Die alten Fans aus den Gangsta-Zeiten werden sich blendend amüsieren, wie er das Establishment aufmischt. Die junge Generation freut sich über die coolen Pranks. Sie hat sich vorher an der bierernsten Sport-Berichterstattung gelangweilt und begeistert sich nun über die kumpelhafte Herangehensweise des 52-jährigen Rappers.
Story:
Ein TikTok Video zeigt einen Armreif aus der neuen Kollektion des renommierten Modelabels Balenciaga, das einer Kleberolle aus dem Baumarkt zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Video geht nicht nur in den Sozialen Medien viral, die "Luxus-Kleberolle" ist auch für zahlreiche Medien ein gefundenes Fressen. So auch für Radio Energy, dessen Redaktoren vom Kommunikationsexperten wissen möchten, warum das Modehaus auf derlei Ideen kommt.
Einschätzung:
Balenciaga arbeitet ganz bewusst mit dem Stilmittel der Provokation, die allerdings ein zweischneidiges Schwert ist. So hat das Modelabel im November 2022 denn auch einen veritablen Shitstorm und einen gewaltigen Reputationsschaden hinnehmen müssen, als es eine Kampagne mit Kindern und Teddybären im Fetisch-Look gefahren hat. An die darauf folgende, reumütige Erklärung des Creative Directors, sich künftig wieder auf die Produkte zu konzentrieren, hat sich das Label zwar gehalten. Immer noch provoziert es aber dadurch, dass es Alltagsgegenstände zu schockierend hohen Preisen ankündigt.
Die Strategie führt auf den Holzweg, meint der Kommunikationsexperte. Denn wer permanent Grenzen überschreitet, handelt sich nicht nur Ärger ein, sondern zunehmend auch Langeweile und Ermüdung. Kommt dazu, dass die junge, woke Generation, die das Label auch ansprechen will, genau durchschaut, wenn Kommunikatoren nicht authentisch, sondern nur auf einen Hype aus sind.
Story:
Wie viele andere Social-Media-User erhalten auch die Redaktorinnen und Redaktoren von Radio Energy überfreundliche Anfragen um Mitgliedschaft in einem Team von ihnen gänzlich unbekannten Menschen. Grund genug, den Kommunikationsexperten zu fragen, was es denn nun mit diesem Network-Marketing auf sich hat.
Einschätzung:
Network-Marketing ist modernes Empfehlungs-Marketing: Zufriedene Kundinnen und Kunden empfehlen ein Produkt weiter und verkaufen es selber anderen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wenn ein Teil davon wieder Vertriebler wird, vergrössert sich die Vertriebsorganisation schnell. Die Vorteile für die Anbieter-Firmen sind evident: Sie haben geringe Kosten für ihre Kommunikation, weil ein Grossteil des Marketings von den Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern geleistet wird. Sie sind es denn auch, die das Geschäftsrisiko übernehmen und aktiv sein müssen.
Story:
Es wird an den gestiegenen Preisen für die Grundstoffe von Nahrungsmitteln liegen, dass Shrinkflation (eine versteckte Preiserhöhung durch das Verkleinern der Portioniergrössen, im Volksmund auch "Mogelpackung" genannt) in jüngster Zeit ein häufiger anzutreffendes Phänomen ist. Es scheint der Redaktion von Radio Energy jedenfalls nicht entgangen zu sein, und so widmet sie ihm einen - nicht tagesaktuellen - Beitrag mit Ausführungen des Kommunikationsberaters.
Einschätzung:
Nach einer Begriffsklärung (salopp mit "Kaschieren beim Kassieren") nennt der Kommunikationsberater Beispiele für Shrinkflation aus der Lebensmittelindustrie und aus anderen Industriezweigen (die das Mogeln bisweilen noch subtiler praktizieren). Tipps für die Konsumentinnen und Konsumenten, wie sie Produkte mit Shrinkflation erkennen und sich mit Meldungen dagegen ein wenig wehren können, finden leider keine Aufnahme.
Story:
Der Jahrestag des Niedergangs der Credit Suisse ist in vielen Medien ein Thema, so auch in Radio Energy. Die Journalistinnen und Journalisten erinnern mit O-Tönen an den historischen Moment und lassen den Kommunikationsexperten über die Zukunft spekulieren.
Einschätzung:
Der Kommunikationsexperte mahnt, dass der immense Vertrauensverlust, den die CS vor der Pleite (insbesondere aber auch seither) eingefahren hat, auch eine Hypothek für das Image der UBS ist. Es gilt für sie also, mit Nachdruck zu kommunizieren, dass die CS in der eigenen Kultur aufgeht und dass die eigene Compliance Missmanagement wie im Kader der CS wirkungsvoll verhindert.
Story:
Radio Energy feiert am 18. März den weltweiten Recycling Day, den die Global Recycling Foundation 2017 ins Leben gerufen hat. Neben dem Entsorgungsexperten kommt auch der Kommunikationsexperte zu Wort, um zu berichten, wie das Recycling mit PR-Arbeit bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern noch attraktiver werden könnte.
Einschätzung:
Auf die Interview-Frage, wie man Recycling ausgerechnet noch mehr "sexy" machen kann, ist selbst der Kommunikationsexperte etwas baff. Er verweist auf die Entsorgungshöfe, die dem Recycling mit verbesserten Leistungen zuletzt wohl auch mehr Sexyness gegeben haben. Auf die Anschlussfragen kann er aber aus dem Vollen schöpfen und berichten, wie Social Marketing Verhaltensänderungen herbeiführen kann und welchen Nutzen Social Media für die Kampagnenarbeit fürs Recycling haben.
Story:
Der Trägerverein der Initiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» macht an einer Medienorientierung Druck: Bevor die Vorlage in der Frühjahrssession erneut im Parlament beraten wird, gemahnt er, dass der Ständerat und die zuständige Nationalratskommission den Initiativtext nicht wortgetreu umsetzen und Ausnahmen zulassen wollen.
Einschätzung:
Nach der Anfrage dreht sich die Fragestellung des Journalisten leider nicht um den Prozess der Umsetzung der Vorlage und die Kommunikation der Gegner und der Tabak-Lobby auf der anderen Seite. Vielmehr scheint, wie schon bei der letzten Anfrage, zu interessieren, ob ein Zusammenhang zwischen einem Werbeverbot und dem Konsum verhalten besteht. Dem Kommunikationsexperten bleibt in der Folge nichts anderes, als zu wiederholen, dass auch in Zusammenhang mit Tabak ein Zusammenhang zwischen einem isolierten Werbeverbot und einer Abnahme des Konsums der beworbenen Produkte wissenschaftlich nicht schlüssig belegt ist.
Quote in Radio Energy am 13. Februar 2024
Story:
Die Weltgesundheitsorganisation WHO und hierzulande das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV fordern Einschränkungen beim Marketing für stark zucker- oder fetthaltige Lebensmittel, um Kinder zu schützen. Diese Forderung löst in der Lebensmittelindustrie und im Handel Besorgnis aus.
Einschätzung:
Die Frage von Energy-Journalist Luzi Fricker, ob derlei Verbote denn überhaupt sinnvoll und zielführend sind, ist natürlich ausgesprochen schwierig zu beantworten:
Quote in Radio Energy am 26. Februar 2024