Story:

Die Kantonsverwaltung Bern hat sich für ihren multimedialen Auftritt ein Audio-Branding erarbeiten lassen. Die dafür nötige Investition von rund 40'000 Franken sorgt in der Öffentlichkeit für allerlei Unkenrufe.

Einschätzung:
Der Kanton Bern hat für sich - wohl begründet - die Strategie "digital first" festgelegt, will also am Puls der Zeit bleiben und in Zukunft mehr auf digitale und audiovisuelle Kommunikationsmittel setzen. So ist es nichts als konsequent, wenn er sich ein professionelles Audio-Branding aufsetzen lässt und so signalisiert, dass er seine Kommunikation systematisch und kompetent betreibt.


Den Verantwortlichen des Kantons, die sich Kritik aus der Öffentlichkeit und der Politik ausgesetzt sehen, empfiehlt der Kommunikationsberater, sich nicht irritieren zu lassen und langfristig am Audio-Logo festzuhalten. Nur das führt zur gewünschten Wiedererkennung - und zu einer Amortisation der Investitionen.

Beitrag vom 14. Februar 2024 auf TeleBärn

Story:

«20 Minuten» vermeldet, dass ein Dozent der Universität Bern auf X (vormals Twitter) den Angriff der radikal-islamistischen Hamas auf Israel gewürdigt hat: «Das beste Geschenk, das ich vor meinem Geburtstag erhalten habe.» Seine Partnerin, selber Institutsleiterin und damit seine Vorgesetzte, nimmt ihn im gleichen Beitrag in Schutz. Damit entsteht - einmal mehr - eine delikate Situation für die Universität Bern, die umgehend reagiert und Konsequenzen in Aussicht stellt.

Einschätzung:
Ein Disclaimer «opinions are my own» schützt in derlei Fällen natürlich keinesfalls: Personen, die gegen aussen eine Körperschaft repräsentieren, sind immer auch corporate influencer - erst recht, wenn sie den Arbeitgeber in der Biographie benennen und in der Lehre tätig sind. Die entsetzten Reaktionen aus dem Publikum bestätigen im konkreten Fall denn auch, dass ein sofortiger Imagetransfer stattfindet.

Die Universität Bern sollte also vorerst überprüfen, ob die Tweets nicht, wie vom Dozenten vorgebracht, aus dem Zusammenhang gerissen sind. Ist dem nicht so, ist sie gut beraten, wenn sie die erwähnten «einschlägigen Richtlinien» und die rechtlichen Grundlagen schnellstmöglich als Messlatte nimmt, um die Konsequenzen auszusprechen und durchzusetzen.

Beitrag vom 10. Oktober 2023 auf TeleBärn

Story:

Am heurigen Gurtenfestival erfolgt die traditionelle Becherspende zugunsten des Kollektivs Café Révolution, das in der Folge auch mit einem Stand vertreten ist. Am Samstagabend veröffentlicht das Kollektiv allerdings ein Statement auf Instagram, wonach das Ausmass an erlebter Gewalt und Rassismus so gross war, dass es den Stand frühzeitig schliesst.


Einschätzung:
An diesem Entscheid ist bestimmt nichts auszusetzen. Allerdings ist es nach Dafürhalten des Kommunikationsexperten suboptimal und bedauerlich, dass das Café Révolution das Statement eigeninitiativ und einseitig publiziert hat. Das nämlich machte eine eilig verfasste Stellungnahme des Gurtenfestivals nötig, die erahnen lässt, dass auch dort nicht alle Fakten bekannt sind. In den Medien und im Publikum entsteht so der Eindruck, dass zwei unabhängige Parteien ihre eigenen Sichtweisen kommunizieren.

Demgegenüber hätte eine gemeinsame Erklärung von Gurtenfestival und Café Révolution nicht nur die Partnerschaft unterstrichen und eine grössere Reichweiter erzielt, sondern der Botschaft auch eine grössere Dringlichkeit verliehen.

Beitrag vom 18. Juli 2023 auf TeleBärn

Story:

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Till Lindemann stehen die beiden Konzerte von Rammstein in Bern in der Kritik. Eine Petition der Juso, sie zu verhindern, scheitert allerdings. TeleBärn will vom Kommunikationsberater wissen, wie die Kommunikation von Rammstein einzuschätzen ist.

Einschätzung:
Die dürftigen Statements aus dem Umfeld von Rammstein sind gewissermassen ein Lehrstück dafür, wie Krisenkommunikation NICHT funktionieren sollte:

Beitrag vom 16. Juni 2023 auf TeleBärn

Linkedin-Post zur Rolle des externen Krisenkommunikators

.

Story:

Die Junge SVP Kanton Bern versteht das Spiel mit dem Stilmittel der Provokation ausgezeichnet zu spielen: Im jüngsten Husarenstreich sucht sie per Tweet Nackt-Doubles der zwei ehemaligen Bundesrätinnen Doris Leuthard und Simonetta Sommaruga. Erzürnte Kommentare sind ihr ebenso sicher wie Publikationen in den Online-Medien.

Einschätzung:
Wenn es mit dem Tweet die Absicht der Jungen SVP ist, Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen, wird ihr das wohl gelungen sein. Wie immer hat aber auch diese zugegebenermassen bewusst ausgespielte Provokation ihre Kehrseiten: Die Dominanz der Provokation lässt sich zum einen nur schwer mit einer erwünschten Botschaft in Verbindung bringen (dass die Junge SVP offenbar gegen das Energiegesetz ist, liess sich schon vorher erahnen). Zum anderen schürt die Kampagne abwehrende oder gar gegenteilige Reaktionen, indem sich noch Unentschlossene bewusst gegen das Anliegen der Provozierenden wenden.

Beitrag vom 30. März 2023 auf TeleBärn

Story:

Die Klima-Aktivist:innen von Renovate Switzerland setzen ihre Blockaden fort, am Samstag legen sie den Verkehr auf der Berner Lorraine-Brücke lahm. TeleBärn fragt den Kommunikationsexperten Stefan Herrmann, ob derartige Aktionen dem Ziel dienlich oder eher kontraproduktiv sind.

Einschätzung:
Zwar erreichen die Aktivist:innen ihre Ziele, Aufmerksamkeit zu erregen und in einer - dichten - medialen Berichterstattung ihre Botschaften, Forderungen und Motive zu transportieren. Trotzdem gelingt die Überzeugungsarbeit nicht, weil sich die Diskussion in der Öffentlichkeit eher um die Legalität des zivilen Ungehorsams denn um die Klimapolitik dreht und weil das Ultimatum für den Bundesrat erpresserischen und undemokratischen Charakter hat. Somit besteht ein grosses Risiko, dass die Aktionen der gemässigten Klimabewegung einen Bärendienst erweisen.

Beitrag vom 30. Oktober 2022 auf TeleBärn

Story:

Unter einem Facebook-Post von Nationalrat Andreas Glarner duellieren sich der SVP-Grossrat Korab Rashiti und der Sozialdemokrat Raphael Racine: Rashiti deutet mit der Aussage "jetzt fehlt euch nur noch ein Schnurrbart" einen Hitler-Vergleich an. Für Racine ist damit eine Grenze überschritten, er fordert den Rücktritt seines Gegenspielers.

Einschätzung:
Vorweg handelt es sich bei dieser vermeintlichen "Geschichte" um eine Posse, in der die Protagonisten die Klaviatur der Provokation und des entsetzten Aufschreis zu spielen verstehen. Der politische Diskurs in den Sozialen Medien ist nicht nur provokativer, sondern auch gekonnter geworden: Rashiti triggert die Reaktion, ohne juristische Angriffsfläche zu bieten, Racine Aussage "Ich hoffe, dass die Medien bald Wind bekommen..." bleibt, warum auch immer, nicht ungehört.

Beitrag vom 19. September 2022 auf TeleBärn

Story:

Der Tabakpräventionsfonds präsentiert "Free. Fair. Future.", eine Kampagne, die einen "Paradigmenwechsel in der Tabak- und Nikotinprävention bei Kindern und Jugendlichen" herbeiführen soll.

Einschätzung:
Der Ansatz der Kampagne gefällt, sie bezieht Evidenz in die Prävention ein, will einen partizipativen Ansatz verwenden, Programmpartner einbeziehen und neue Zielgruppenprofile definieren.

Beitrag vom 13. Juni 2022 auf TeleBärn

Communiqué zur Kampagne

Story:

Mit "Suisse Secrets" wirft das internationale Recherche-Netzwerk Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) der Credit Suisse vor, über Jahre umstrittene Machthaber und korrupte Beamte als Kunden gehabt zu haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück, werde die Untersuchungen aber mit einer internen Taskforce unter Einbeziehung spezialisierter externer Experten fortsetzen.

Einschätzung:
Die Enthüllungen, die in den Medien auch als "nächstes Debakel" bezeichnet werden, aber noch auf ihren Gehalt zu prüfen sind, wirken sich negativ auf Image und Reputation der CS aus. Ebenso schwer wiegt aber, dass der Abfluss von 18'000 Kontodaten und die abermalige Störung im selbst auferlegten "Jahr der Beruhigung" einen nachhaltigen Vertrauensverlust darstellen.

Beitrag vom 21. Februar 2022 auf TeleBärn

Story:

In der Ausstellung "Gezeichnet" im Berner Museum für Kommunikation zeigen 50 Schweizer Karikaturistinnen und Cartoonisten gemeinsam ihre 200 wichtigsten Pressezeichnungen.

Einschätzung:
Zu Karikaturen und Cartoons hat es im Gespräch mit VJ Simon Schär tatsächlich eine ganze Menge zu sagen gegeben. Der Schere des Cutters schlussendlich nicht zum Opfer gefallen ist die Aussage, dass Karikaturen immer kommentierend-kritisch sind und dass sie diese Kritik mit Ästhetik und Intelligenz verbinden.

Beitrag vom 18. Dezember 2021 auf TeleBärn

Die Ausstellung "Gezeichnet" im Museum für Kommunikation

Herrmannkomm GmbH | Schwanengasse 11, 3011 Bern | 031 530 01 11 | hello@herrmannkomm.ch | www.herrmannkomm.ch