Story:

Am heurigen Gurtenfestival erfolgt die traditionelle Becherspende zugunsten des Kollektivs Café Révolution, das in der Folge auch mit einem Stand vertreten ist. Am Samstagabend veröffentlicht das Kollektiv allerdings ein Statement auf Instagram, wonach das Ausmass an erlebter Gewalt und Rassismus so gross war, dass es den Stand frühzeitig schliesst.


Einschätzung:
An diesem Entscheid ist bestimmt nichts auszusetzen. Allerdings ist es nach Dafürhalten des Kommunikationsexperten suboptimal und bedauerlich, dass das Café Révolution das Statement eigeninitiativ und einseitig publiziert hat. Das nämlich machte eine eilig verfasste Stellungnahme des Gurtenfestivals nötig, die erahnen lässt, dass auch dort nicht alle Fakten bekannt sind. In den Medien und im Publikum entsteht so der Eindruck, dass zwei unabhängige Parteien ihre eigenen Sichtweisen kommunizieren.

Demgegenüber hätte eine gemeinsame Erklärung von Gurtenfestival und Café Révolution nicht nur die Partnerschaft unterstrichen und eine grössere Reichweiter erzielt, sondern der Botschaft auch eine grössere Dringlichkeit verliehen.

Beitrag vom 18. Juli 2023 auf TeleBärn

Story:

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Till Lindemann stehen die beiden Konzerte von Rammstein in Bern in der Kritik. Eine Petition der Juso, sie zu verhindern, scheitert allerdings. TeleBärn will vom Kommunikationsberater wissen, wie die Kommunikation von Rammstein einzuschätzen ist.

Einschätzung:
Die dürftigen Statements aus dem Umfeld von Rammstein sind gewissermassen ein Lehrstück dafür, wie Krisenkommunikation NICHT funktionieren sollte:

Beitrag vom 16. Juni 2023 auf TeleBärn

Linkedin-Post zur Rolle des externen Krisenkommunikators

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Story:

Die Junge SVP Kanton Bern versteht das Spiel mit dem Stilmittel der Provokation ausgezeichnet zu spielen: Im jüngsten Husarenstreich sucht sie per Tweet Nackt-Doubles der zwei ehemaligen Bundesrätinnen Doris Leuthard und Simonetta Sommaruga. Erzürnte Kommentare sind ihr ebenso sicher wie Publikationen in den Online-Medien.

Einschätzung:
Wenn es mit dem Tweet die Absicht der Jungen SVP ist, Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen, wird ihr das wohl gelungen sein. Wie immer hat aber auch diese zugegebenermassen bewusst ausgespielte Provokation ihre Kehrseiten: Die Dominanz der Provokation lässt sich zum einen nur schwer mit einer erwünschten Botschaft in Verbindung bringen (dass die Junge SVP offenbar gegen das Energiegesetz ist, liess sich schon vorher erahnen). Zum anderen schürt die Kampagne abwehrende oder gar gegenteilige Reaktionen, indem sich noch Unentschlossene bewusst gegen das Anliegen der Provozierenden wenden.

Beitrag vom 30. März 2023 auf TeleBärn

Story:

Die Klima-Aktivist:innen von Renovate Switzerland setzen ihre Blockaden fort, am Samstag legen sie den Verkehr auf der Berner Lorraine-Brücke lahm. TeleBärn fragt den Kommunikationsexperten Stefan Herrmann, ob derartige Aktionen dem Ziel dienlich oder eher kontraproduktiv sind.

Einschätzung:
Zwar erreichen die Aktivist:innen ihre Ziele, Aufmerksamkeit zu erregen und in einer - dichten - medialen Berichterstattung ihre Botschaften, Forderungen und Motive zu transportieren. Trotzdem gelingt die Überzeugungsarbeit nicht, weil sich die Diskussion in der Öffentlichkeit eher um die Legalität des zivilen Ungehorsams denn um die Klimapolitik dreht und weil das Ultimatum für den Bundesrat erpresserischen und undemokratischen Charakter hat. Somit besteht ein grosses Risiko, dass die Aktionen der gemässigten Klimabewegung einen Bärendienst erweisen.

Beitrag vom 30. Oktober 2022 auf TeleBärn

Story:

Unter einem Facebook-Post von Nationalrat Andreas Glarner duellieren sich der SVP-Grossrat Korab Rashiti und der Sozialdemokrat Raphael Racine: Rashiti deutet mit der Aussage "jetzt fehlt euch nur noch ein Schnurrbart" einen Hitler-Vergleich an. Für Racine ist damit eine Grenze überschritten, er fordert den Rücktritt seines Gegenspielers.

Einschätzung:
Vorweg handelt es sich bei dieser vermeintlichen "Geschichte" um eine Posse, in der die Protagonisten die Klaviatur der Provokation und des entsetzten Aufschreis zu spielen verstehen. Der politische Diskurs in den Sozialen Medien ist nicht nur provokativer, sondern auch gekonnter geworden: Rashiti triggert die Reaktion, ohne juristische Angriffsfläche zu bieten, Racine Aussage "Ich hoffe, dass die Medien bald Wind bekommen..." bleibt, warum auch immer, nicht ungehört.

Beitrag vom 19. September 2022 auf TeleBärn

Story:

Der Tabakpräventionsfonds präsentiert "Free. Fair. Future.", eine Kampagne, die einen "Paradigmenwechsel in der Tabak- und Nikotinprävention bei Kindern und Jugendlichen" herbeiführen soll.

Einschätzung:
Der Ansatz der Kampagne gefällt, sie bezieht Evidenz in die Prävention ein, will einen partizipativen Ansatz verwenden, Programmpartner einbeziehen und neue Zielgruppenprofile definieren.

Beitrag vom 13. Juni 2022 auf TeleBärn

Communiqué zur Kampagne

Story:

Mit "Suisse Secrets" wirft das internationale Recherche-Netzwerk Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) der Credit Suisse vor, über Jahre umstrittene Machthaber und korrupte Beamte als Kunden gehabt zu haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück, werde die Untersuchungen aber mit einer internen Taskforce unter Einbeziehung spezialisierter externer Experten fortsetzen.

Einschätzung:
Die Enthüllungen, die in den Medien auch als "nächstes Debakel" bezeichnet werden, aber noch auf ihren Gehalt zu prüfen sind, wirken sich negativ auf Image und Reputation der CS aus. Ebenso schwer wiegt aber, dass der Abfluss von 18'000 Kontodaten und die abermalige Störung im selbst auferlegten "Jahr der Beruhigung" einen nachhaltigen Vertrauensverlust darstellen.

Beitrag vom 21. Februar 2022 auf TeleBärn

Story:

In der Ausstellung "Gezeichnet" im Berner Museum für Kommunikation zeigen 50 Schweizer Karikaturistinnen und Cartoonisten gemeinsam ihre 200 wichtigsten Pressezeichnungen.

Einschätzung:
Zu Karikaturen und Cartoons hat es im Gespräch mit VJ Simon Schär tatsächlich eine ganze Menge zu sagen gegeben. Der Schere des Cutters schlussendlich nicht zum Opfer gefallen ist die Aussage, dass Karikaturen immer kommentierend-kritisch sind und dass sie diese Kritik mit Ästhetik und Intelligenz verbinden.

Beitrag vom 18. Dezember 2021 auf TeleBärn

Die Ausstellung "Gezeichnet" im Museum für Kommunikation

Story:

Die Betreiberinnen des Berner Restaurants Malso sagen der SVP-Fraktion der Stadt Bern das reservierte Weihnachtsessen ab. Nachdem 20 Minuten darüber berichtet, gehen auf dem Google My Business Eintrag der Gaststätte in kürzester Zeit zahlreiche schlechteste, aber auch beste Bewertungen ein.

Einschätzung:
Die grosse Zahl der Bewertungen könnte auf die Berichterstattung von 20 Minuten, aber auch auf eine orchestrierte Kampagne erboster User zurückzuführen sein. Die Tatsache, dass ausgesprochen viele der Bewertenden erst eine einzige Rezension abgegeben haben, legt zudem den Verdacht nahe, dass diese eigens für diesen Eintrag einen anonymen Account angelegt haben. Besonders infam sind derlei Bewertungen natürlich, wenn sie die schlechte Note nicht mit der Zutrittsverweigerung in Zusammenhang bringen, sondern die - offensichtlich nicht in Anspruch genommenen - Leistungen von Küche und Service bemängeln.

Beitrag vom 9. Dezember 2021 auf TeleBärn

Story:

Eine Berner Kantonspolizist wird abgelichtet, als er sich - wie sich nachträglich herausstellt - Trycheln auf die Schulter legt, um deren Gewicht zu erspüren. Das Bild taucht kurz darauf auf Telegram und anderen Kanälen der Massnahmen-Gegner auf.

Einschätzung:
Erst die Bildlegende kann ein Bild mit einer Botschaft aufladen. Je nach Absender kann diese von "Als dein Freund und Helfer sucht die Polizei den Dialog mit der Bevölkerung" bis hin zu "Polizist macht an Demo mit und hinterfragt so die Obrigkeit" reichen.

Beitrag vom 24. Oktober 2021 auf TeleBärn

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