Story:

Die Bieler Finanzdirektorin Silvia Steidle gibt am Montag, 5. Dezember 2022 ihren Rücktritt bekannt, zu dem sie sich am vorangegangenen Samstag entschieden hat. Die kurz Zeitspanne übers Wochenende reicht ihr nicht aus, um alle Angehörigen ihrer Partei und des Gemeinderates von diesem Schritt in Kenntnis zu setzen. An der Medienorientierung übt sie harsche Kritik an der Bieler Exekutive.

Am folgenden Mittwoch verbreitet der Gemeinderat ein Communiqué, wonach er mit Silvia Steidle übereingekommen sei, ihre Aussagen zu ihrem Rücktritt nicht mehr weiter zu kommentieren. Daran hält er sich trotz gehäufter Medienanfragen auch.

Einschätzung:

Die Kommunikation von Silvia Steidle ist ungeschickt, weil sie die Regel "intern vor extern" verletzt, weil sie die politischen Akteure unnötig unter Druck setzt und weil sie schliesslich den Verdacht nährt, dass sowohl der Rücktritt als auch die dabtei geübte Kritik ausgesprochen impulsiv erfolgt sind.

Den Entscheid des Bieler Gemeinderates gilt es wohl zu respektieren. Aus kommunikativer Sicht ist er indessen ungelenk, weil er Spekulationen Raum bietet und Fragen offen lässt. Die wohl brennendste dürfte sein, wie es - nach den öffentlichen Anfechtungen - zur Übereinkunft gekommen ist und wer dafür seine Position verlassen hat. Dieses Vakuum schadet der Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen gegenüber der Bieler Classe politique.

Beitrag vom 8. Dezember 2022 auf TeleBielingue (ab 03:10)

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