Story:

Seit Sonntag, 12. Mai 2024 halten Pro-Palästina-Aktivisten aus der Studentenschaft die Unitobler an der Muesmattstrasse besetzt. Die Besetzerinnen und Besetzer fordern «einen akademischen Boykott israelischer Institutionen» und «eine sofortige Beendigung des Genozids an der palästinensischen Bevölkerung». Zum Zeitpunkt des Interviews ist ein Ultimatum der Unileitung, das Gelände bis am Mittag zu räumen, abgelaufen.

Einschätzung:

Wenn die Fronten zwischen den Studierenden und der Unileitung verhärtet scheinen, liegt das nicht zuletzt an der beidseitig unversöhnlichen Kommunikation, die kaum einen Dialog und einen Konsens zulässt: Auf der einen Seite sind die Aktivisten, die mit der Form einer Besetzung, stereotypen Schuldzuweisungen und - vom Adressaten - kaum zu erfüllenden Forderungen kaum demokratische Mittel wählen (wie sie das glauben machen wollen). Auf der anderen Seite steht die Unileitung, die mit einem Ultimatum und dem Auslassen von Gesprächsangeboten auch nicht gerade zum Diskurs beiträgt.


Beitrag vom 14. Mai 2024 auf TeleBärn

Story:

Die Redaktion von TeleBärn nimmt die Berichterstattung über die 1. Mai Demonstrationen zum Anlass, um der Frage nach der Sinnhaftigkeit des Anlasses nachzugehen. Kaum überraschend bestreitet der dazu befragte Jungfreisinnige diese, wogegen die Grüne sie vehement verteidigt. Der Kommunikationsexperte soll dazu seine Wertung gewissermassen aus der neutralen Ecke geben.

Einschätzung:
Das Urteil des Kommunikatonsexperten fällt allerdings kaum neutral aus, er spricht dem 1. Mai eine grosse Sinnhaftigkeit zu. Zum einen hat die Arbeiterbewegung seit 1886 schon ausgesprochen viel für die Verbesserung der Arbeitsbedinungen und die Rechte der Arbeitnehmenden erreicht. Diese sind zum anderen aber nicht für die Ewigkeit bestimmt und müssen daher permanent überprüft und verteidigt werden. Hält man sich vor Augen, dass sich etwa in Deutschland Streik an Streik reiht und grosse Unternehmen wie etwa Tesla oder Amazon mehr oder weniger offen ein "Union Busting" betreiben, scheinen die (Kommunikations-)Aktivitäten rund um den 1. Mai mehr als nur gerechtfertigt zu sein.


Beitrag vom 14. Februar 2024 auf TeleBärn

Story:

Nachdem die Migros Anfang Februar 2024 angekündigt hat, sich von ihren komplizierten Strukturen zu befreien und schlanker aufzustellen, hat die Migros Aare im März 2024 damit begonnen, Filialen von Melectronics zu schliessen. Diese Schliessungen gibt sie allerdings nicht aktiv im Voraus bekannt, sondern bestätigt sie lediglich auf Anfrage der Medien, welche diese beobachten. Eine schlechte kommunikative Vorgehensweise, finden die Redaktoren von BärnToday, und lassen sich diese Einschätzung vom PR-Profi bestätigen.


Einschätzung:

Tatsächlich ist die Informationspolitik der Migros Aare ungeschickt: Medienstellen sollten besser agieren statt reagieren, sollten sich besser transparent und so glaubwürdig statt verschlossen und undurchschaubar darstellen. Die harrsche Kritik des Kommunikationsexperten findet denn auch ungefiltert Publikation im Online-Portal.

Ihm ist allerdings durchaus bewusst, dass die Kommunikationsverantwortlichen von Migros Aare keineswegs vorsätzlich suboptimal zu Werke gehen. Vielmehr gibt es in grossen und dezentralen Unternehmen immer eine ganze Reihe von Sachzwängen, die ein besseres und wirkungsvolleres Kommunizieren erschweren oder verunmöglichen. Das bestätigt ihm später auch seine Berufskollegin von Migros Aare, die er hinter den Kulissen um Nachsicht für seine offene Kritik bittet.


Publikation von BärnToday am 20. April 2024

Story:

Ein TikTok Video zeigt einen Armreif aus der neuen Kollektion des renommierten Modelabels Balenciaga, das einer Kleberolle aus dem Baumarkt zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Video geht nicht nur in den Sozialen Medien viral, die "Luxus-Kleberolle" ist auch für zahlreiche Medien ein gefundenes Fressen. So auch für Radio Energy, dessen Redaktoren vom Kommunikationsexperten wissen möchten, warum das Modehaus auf derlei Ideen kommt.


Einschätzung:

Balenciaga arbeitet ganz bewusst mit dem Stilmittel der Provokation, die allerdings ein zweischneidiges Schwert ist. So hat das Modelabel im November 2022 denn auch einen veritablen Shitstorm und einen gewaltigen Reputationsschaden hinnehmen müssen, als es eine Kampagne mit Kindern und Teddybären im Fetisch-Look gefahren hat. An die darauf folgende, reumütige Erklärung des Creative Directors, sich künftig wieder auf die Produkte zu konzentrieren, hat sich das Label zwar gehalten. Immer noch provoziert es aber dadurch, dass es Alltagsgegenstände zu schockierend hohen Preisen ankündigt.


Die Strategie führt auf den Holzweg, meint der Kommunikationsexperte. Denn wer permanent Grenzen überschreitet, handelt sich nicht nur Ärger ein, sondern zunehmend auch Langeweile und Ermüdung. Kommt dazu, dass die junge, woke Generation, die das Label auch ansprechen will, genau durchschaut, wenn Kommunikatoren nicht authentisch, sondern nur auf einen Hype aus sind.


Quote in Radio Energy am 10. April 2024

Teaser in Radio Energy am 10. April 2024

Story:

Wie viele andere Social-Media-User erhalten auch die Redaktorinnen und Redaktoren von Radio Energy überfreundliche Anfragen um Mitgliedschaft in einem Team von ihnen gänzlich unbekannten Menschen. Grund genug, den Kommunikationsexperten zu fragen, was es denn nun mit diesem Network-Marketing auf sich hat.


Einschätzung:

Network-Marketing ist modernes Empfehlungs-Marketing: Zufriedene Kundinnen und Kunden empfehlen ein Produkt weiter und verkaufen es selber anderen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wenn ein Teil davon wieder Vertriebler wird, vergrössert sich die Vertriebsorganisation schnell. Die Vorteile für die Anbieter-Firmen sind evident: Sie haben geringe Kosten für ihre Kommunikation, weil ein Grossteil des Marketings von den Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern geleistet wird. Sie sind es denn auch, die das Geschäftsrisiko übernehmen und aktiv sein müssen.


Quote 1 in Radio Energy (hier Luzern) am 4. April 2024

Quote 2 in Radio Energy (hier Luzern) am 4. April 2024

Story:

Es wird an den gestiegenen Preisen für die Grundstoffe von Nahrungsmitteln liegen, dass Shrinkflation (eine versteckte Preiserhöhung durch das Verkleinern der Portioniergrössen, im Volksmund auch "Mogelpackung" genannt) in jüngster Zeit ein häufiger anzutreffendes Phänomen ist. Es scheint der Redaktion von Radio Energy jedenfalls nicht entgangen zu sein, und so widmet sie ihm einen - nicht tagesaktuellen - Beitrag mit Ausführungen des Kommunikationsberaters.


Einschätzung:

Nach einer Begriffsklärung (salopp mit "Kaschieren beim Kassieren") nennt der Kommunikationsberater Beispiele für Shrinkflation aus der Lebensmittelindustrie und aus anderen Industriezweigen (die das Mogeln bisweilen noch subtiler praktizieren). Tipps für die Konsumentinnen und Konsumenten, wie sie Produkte mit Shrinkflation erkennen und sich mit Meldungen dagegen ein wenig wehren können, finden leider keine Aufnahme.


Quote in Radio Energy am 21. März 2024

Teaser in Radio Energy am 21. März 2024

Story:

Der Jahrestag des Niedergangs der Credit Suisse ist in vielen Medien ein Thema, so auch in Radio Energy. Die Journalistinnen und Journalisten erinnern mit O-Tönen an den historischen Moment und lassen den Kommunikationsexperten über die Zukunft spekulieren.


Einschätzung:

Der Kommunikationsexperte mahnt, dass der immense Vertrauensverlust, den die CS vor der Pleite (insbesondere aber auch seither) eingefahren hat, auch eine Hypothek für das Image der UBS ist. Es gilt für sie also, mit Nachdruck zu kommunizieren, dass die CS in der eigenen Kultur aufgeht und dass die eigene Compliance Missmanagement wie im Kader der CS wirkungsvoll verhindert.


Quotes in Radio Energy am 19. März 2024

Story:

Radio Energy feiert am 18. März den weltweiten Recycling Day, den die Global Recycling Foundation 2017 ins Leben gerufen hat. Neben dem Entsorgungsexperten kommt auch der Kommunikationsexperte zu Wort, um zu berichten, wie das Recycling mit PR-Arbeit bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern noch attraktiver werden könnte.


Einschätzung:

Auf die Interview-Frage, wie man Recycling ausgerechnet noch mehr "sexy" machen kann, ist selbst der Kommunikationsexperte etwas baff. Er verweist auf die Entsorgungshöfe, die dem Recycling mit verbesserten Leistungen zuletzt wohl auch mehr Sexyness gegeben haben. Auf die Anschlussfragen kann er aber aus dem Vollen schöpfen und berichten, wie Social Marketing Verhaltensänderungen herbeiführen kann und welchen Nutzen Social Media für die Kampagnenarbeit fürs Recycling haben.


Quotes in Radio Energy am 18. März 2024

Story:

Die Kantonsverwaltung Bern hat sich für ihren multimedialen Auftritt ein Audio-Branding erarbeiten lassen. Die dafür nötige Investition von rund 40'000 Franken sorgt in der Öffentlichkeit für allerlei Unkenrufe.

Einschätzung:
Der Kanton Bern hat für sich - wohl begründet - die Strategie "digital first" festgelegt, will also am Puls der Zeit bleiben und in Zukunft mehr auf digitale und audiovisuelle Kommunikationsmittel setzen. So ist es nichts als konsequent, wenn er sich ein professionelles Audio-Branding aufsetzen lässt und so signalisiert, dass er seine Kommunikation systematisch und kompetent betreibt.


Den Verantwortlichen des Kantons, die sich Kritik aus der Öffentlichkeit und der Politik ausgesetzt sehen, empfiehlt der Kommunikationsberater, sich nicht irritieren zu lassen und langfristig am Audio-Logo festzuhalten. Nur das führt zur gewünschten Wiedererkennung - und zu einer Amortisation der Investitionen.

Beitrag vom 14. Februar 2024 auf TeleBärn

Story:

Der Trägerverein der Initiative «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung» macht an einer Medienorientierung Druck: Bevor die Vorlage in der Frühjahrssession erneut im Parlament beraten wird, gemahnt er, dass der Ständerat und die zuständige Nationalratskommission den Initiativtext nicht wortgetreu umsetzen und Ausnahmen zulassen wollen.


Einschätzung:

Nach der Anfrage dreht sich die Fragestellung des Journalisten leider nicht um den Prozess der Umsetzung der Vorlage und die Kommunikation der Gegner und der Tabak-Lobby auf der anderen Seite. Vielmehr scheint, wie schon bei der letzten Anfrage, zu interessieren, ob ein Zusammenhang zwischen einem Werbeverbot und dem Konsum verhalten besteht. Dem Kommunikationsexperten bleibt in der Folge nichts anderes, als zu wiederholen, dass auch in Zusammenhang mit Tabak ein Zusammenhang zwischen einem isolierten Werbeverbot und einer Abnahme des Konsums der beworbenen Produkte wissenschaftlich nicht schlüssig belegt ist.


Quote in Radio Energy am 13. Februar 2024

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