Story:

Die Energy-Journalistin lacht immer noch, als der Kommunikationsexperte ihren Anruf entgegennimmt. Grund für die Heiterkeit ist der Eingang einer Medienmitteilung per WhatsApp. In dieser kündigt der 68-jährige emeritierte Professor Christoph Riedweg an, bei den Gemeinderatswahlen in der Stadt Zürich unter dem Motto «Man ist so jung, wie man sich fühlt» für die Jungen Grünliberalen zu kandidieren.


Die Redaktion möchte vom Kommunikationsexperten wissen, ob diese Ankündigung ein PR-Stunt ist und ob sie nicht doch eher für Kopfschütteln sorgt.


Einschätzung:

Der Kampf um die Aufmerksamkeit und die Gunst des Publikums ist ohnehin schon schwierig genug - das gilt erst recht für den politischen Wahlkampf. Vor diesem Hintergrund ist die Versuchung natürlich gross, diese Aufmerksamkeit mit Stilmitteln wie etwa Provokation, Humor oder Emotionalität zu erhaschen. Oft gelingt es den Kommunikatoren in dieser Situation dann aber nicht, das Transportmittel mit der tatsächlichen Botschaft zu verbinden.


Im konkreten Fall haben die Kandidaten um Riedweg auf dem ursprünglichen Wahlplakat immerhin nur das Logo der Grünliberalen durch dasjenige der Jungpartei ersetzt, die Listennummer stimmt immer noch. Die Porträts der offensichtlich herangereiften Kandidierenden mögen zwar vielleicht für einen Hingucker sorgen, höchstwahrscheinlich aber auch für Verwirrung, Unverständnis und letztlich Ablehnung. Zudem drohen wegen des unpassenden Alters Abwehrreflexe aus den Reihen der jugendlichen Sympathisanten der Jungpartei. Und auch die Wählerinnen und Wähler der GLP werden wohl den Kopf schütteln, weil ja gerade diese Partei gewiss nicht ein überaltertes oder verknöchertes Image hat, das Korrektur erfahren sollte.


Insgesamt besteht tatsächlich die Gefahr, dass dieser PR-Stunt (der er tatsächlich ist) der Partei einen Bärendienst erweist.


Quote in Energy Downtown vom 8. Januar 2026

Story:

Rund ein Jahr, nachdem die Dubai-Schokolade gewissermassen aus dem Nichts aufgepoppt und buchstäblich in aller Leute Munde geraten ist, wird Radio Energy Starreporter Luzi Fricker stutzig: Ist der Hype um das Social-Media-Phänomen vollständig eingebrochen? Auf seiner Recherche wendet er sich an den Präsidenten von Chocosuisse Roger Wehrli, der ihn vom Gegenteil überzeugt: Nach anfänglich explosionsartigen Verkaufszahlen hat sich der Absatz nun auf erfreulichem Niveau gefestigt.


Fricker kontaktiert schliesslich auch den Kommunikationsexperten, um zu erfahren, was es mit dem vermeintlichen Ende des Hypes auf sich hat.


Einschätzung:

Der Kommunikationsexperte zeigt sich nicht überrascht, dass das Phänomen «Dubai-Schokolade» nicht spurlos verschwunden ist: Noch vor knapp einem Monat haben die Konsumentinnen und Konsumenten in der Umfrage «Star of the year» des Markenartikelverbandes Promarca die «Lindt Dubai Style Chocolade» zur fünftbesten Markeneinführung des Jahres 2025 gewählt.


Zudem bestätigt die Einnivellierung des Absatzes den generellen Zyklus von Hypes:

  1. Auslöser
  2. Gipfel
  3. Tal der Enttäuschungen
  4. Pfad der Erleuchtung
  5. Plateau der Produktivität

Dass die Dubai-Schokolade auf Social Media nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit geniesst, darf indessen nicht erstaunen: Weil kein Anbieter ein Quasi-Monopol hat (wie etwa Zweifel mit den Aromat Chips) und der Markt sehr heterogen ist, gelingt es weder, das Angebot künstlich zu verknappen (und so wieder exklusiv zu machen), noch ein gezieltes Attention Management zu steuern (etwa unter Zuhilfenahme von Influencern, Story Telling, Events, Nachfolgeprodukten oder Treueprogrammen).


Quote in Energy Downtown vom 12. Dezember 2025

Story:

Der Hype rund um die neuen Chips mit Aromat-Geschmack von Zweifel scheint sorgfältig vorbereitet und befeuert worden zu sein, und doch sorgt die Nachricht am 28. Oktober schweizweit für Aufsehen und Furore. Auch die Redaktion von Energy Downtown lässt sich von der Begeisterung anstecken, sie entsendet ihren Starreporter Luzi Fricker, um mit dem Kommunikationsberater über die Zusammenarbeit der zwei Schweizer Urgesteine zu sprechen.


Einschätzung:

Zur Ausstrahlung in der Sendung kommt lediglich die Aussage, dass die Produzenten von Zweifel natürlich einen «smart move» machen, wenn sie die neuen Chips am 1. Dezember als «limitierte Edition» lancieren. So ist es absehbar, dass diese Auflage sehr schnell ausverkauft sein uns sich «einer grossen Nachfrage» erfreut haben wird, so dass die Aromat Chips in die reguläre Produktion übergehen können.


Davor hat sich der Kommunikationsberater mit dem Reporter aber noch ausführlich darüber unterhalten, dass der Hype keinesfalls generisch entstanden ist, sondern - gekonnt - herbeigeführt worden ist. So scheint es keineswegs ein Zufall zu sein, dass «20 Minuten» die Geschichte sehr schnell und sehr ausführlich aufgenommen und bis zum Launch nicht weniger als vier Mal darüber berichtet hat. Flankierend dazu hat Zweifel den Hype natürlich selber mit Gossip auf den sozialen Medien befeuert.


Quote in Energy Downtown vom 12. August 2025

Story:

Noch zwei Wochen nach der Demo in Bern vom 11. Oktober geben die gewalttätigen Ausschreitungen zu denken und zu reden. Vielerorts wird auch Kritik an der Stadt Bern und namentlich am Stadtberner Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried laut, wonach die Kommunikiation während und im Nachgang der Demo ungenügend gewesen sein soll. Aus diesem Grund lädt Moderator Markus von Känel neben Lena Allenspach (Co-Präsidentin SP Stadt Bern) und Simone Richner (Stadträtin FDP Bern) auch den Kommunikationsexperten zu diesem Aufarbeiten der Ereignisse ein.



Einschätzung:

Der Kommunikationsberater fühlt sich 40 Minuten lang berufen, die öffentliche Kommunikationsarbeit zu verteidigen. Die Diskussionen rund um die Demo sind sehr emotional und sehr polarisiert verlaufen, so mag es nicht erstaunen, dass die Kritik aus allen Ecken und Richtungen auf die Kommunikatoren hereingeprasselt ist. Vor diesem Hintergrund hält der Kommunikationsexperte in verschiedenen Voten fest, dass die Behörden in ihrer Informationsarbeit viel auch richtig und fachmännisch gemacht haben: Erste Informationen sind schnell gekommen, die Absender waren bestimmt und untereinander harmonisiert, die Botschaften waren klar. Auch der Sicherheitsdirektor, dessen Auftritt an der Medienorientierung vom 12. Oktober mit Kritik bedacht worden war, findet entschuldigende Worte: Zum einen stand er unter grossem Druck und emotionaler Spannung, zum anderen kennt das Publikum ihn schon lange als direkten, ungeschminkten und daher sehr authentischen Kommunikator. In seinem Skript waren bestimmt die richtigen Botschaften verpackt, die er einzig am Schluss noch etwas herausschälen und zusammenfassen hätte können.

Beitrag vom 24. Oktober 2025 auf TeleBärn

Story:

Videos mit gewaltdarstellenden Inhalten in den sozialen Medien, Vandalismus an Schulen, Gewalt gegenüber Lehrkräften oder Eltern. Die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen hat zugenommen, auch bei Minderjährigen. Zu dieser Bilanz kommt auch der Bericht der Kantonspolizei Bern. Um den Ursprung dieser Verrohung und mögliche Mittel dagegen zu diskutieren, lädt Moderator Markus von Känel Maya Weber Hadorn (Grossrätin SP BE), Janosch Weyermann (Stadtrat SVP Bern) und den Kommunikationsberater in die Bärner Rundi. Letzteren insbesondere auch darum, um einen Zusammenhang mit den sozialen Medien zu erörtern.



Einschätzung:

Das Thema ist natürlich äusserst vielschichtig und breit, so dass das Gespräch eine ganze Reihe von Themen berührt. Der Kommunikationsexperte äussert sich vor diesem Hintergrund zu einer ganzen Reihe von Aspekten:


Beitrag vom 3. Oktober 2025 auf TeleBärn

Story:

Wieder einmal dicke Luft im Bundeshaus: Mit einer parlamentarischen Initiative wollen FDP und SVP erreichen, dass Polizei­korps in der ganzen Schweiz verpflichtet werden, die Nationalität von mutmasslichen Kriminellen in ihren Mitteilungen explizit zu nennen. TeleBärn springt auf, weil die Diskussion im Kanton Bern besonders heiss geführt wird – die Kantonspolizei Bern verzichtet ganz bewusst auf solche Angaben. Die Redaktion befragt den Kommunikationsexperten, welche Signalwirkung eine solche Vorschrift haben könnte.


Einschätzung:

Eigentlich möchte der Kommunikationsexperte ja darüber hadern, dass die Politik sich wieder einmal in journalistische Angelegenheiten mischt (was das Verfassen von Polizeimitteilungen seines Erachtens ist). Er äussert sich dann aber wie gewünscht zur Signalwirkung und stellt fest, dass das Verschweigen oder Aussparen von Fakten meist das erzeugt, was die Informationsabsendenden verhindern wollten: Es nährt Vorurteile, Gerüchte und Misstrauen. Das Statement ist allerdings aufgrund der begrenzten Sendezeit stark gekürzt, so dass ihm der Zusammenhang fehlt.


Beitrag vom 30. September 2025 auf TeleBärn

Story:

Der Präsident der Jungen SVP Schweiz weilt nach eigenen Angaben gerade für ein Wahl-Shooting in Interlaken, als er sich vor laufender Video-Kamera berufen fühlt, eine verschleierte Touristin anzusprechen und sie darauf aufmerksam zu machen, dass es in der Schweiz seit diesem Jahr verboten ist, das Gesicht zu verhüllen. Der «Blick» stösst auf das Video und macht daraus eine Geschichte, die andere Boulevard-Medien aufnehmen. Im Zuge dessen bittet die Redaktion von TeleBärn den Kommunikationsexperten um seine Meinung zum Vorfall.


Einschätzung:

Der Kommunikationsexperte möchte für die Zuschauer:innen am liebsten festhalten, dass natürlich die Medien selber dafür verantwortlich sind, wenn sie derlei absichtlich inszenierte Mini-Aufreger zur Geschichte erheben und den Protagonisten so die von ihnen gesuchte und gewünschte Plattform geben. Da eine solche Medienschelte aber kaum je über den Sender geht und der Kommunikationsexperte den Präsidenten andererseits nicht dafür loben mag, wie geschickt er diese Mechanik auszunützen versteht, gibt es also eine andere Einschätzung: Mit regelmässigen Posts in den sozialen Medien und mit dem Stilmittel von nadelstichartigen Mini-Provokationen gelingt es der SVP tatsächlich, ein von ihr bewirtschaftetes Thema am Köcheln zu halten.


Beitrag vom 12. September 2025 auf TeleBärn

Story:

Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump seine Zölle für die Schweiz auf unerwartet hohe 39 Prozent ansetzt, erreicht diese ausgerechnet am Nationalfeiertag. Entsprechend schnell, schwarzseherisch und emotional sind die Kommentare aus den Medien, aus der Wirtschaft und aus der Politik. Die Redaktion von Radio Energy stellt den Kommunikationsexperten also vor die Frage, ob der Bundesrat schlecht kommuniziert und damit einen erheblichen Vertrauensverlust erlitten hat.


Einschätzung:

Eine fürwahr delikate Aufgabe für den Kommunikationsberater, der hierzu abwiegelt: Auf der einen Seite hat der Bundesrat – in einer Frage nationalen Wohlbefindens – in seiner Kommunikation kurzfristig Transparenz und Geschwindigkeit vermissen lassen: Der Zollhammer hätte bestimmt Gegenstand der 1. August-Reden sein müssen. Zudem hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter das Telefongespräch mit Präsident Donald Trump vorerst anders geschildert, als es sich nachträglich herausgestellt hat.


Auf der anderen Seite möchte der Kommunikationsberater nicht nur schlechte Noten verteilen. Der Bundesrat hat – in der Ferienzeit – nach einem ersten Schock schnelles Reaktionsvermögen gezeigt und sich von den Unkenrufen aus Medien, Politik und Wirtschaft nicht aus der Ruhe bringen lassen: In einer nachgelagerten Phase ist es ihm gelungen, Ruhe auszustrahlen, der Emotionalität Besonnenheit entgegenzuhalten und insgesamt die Botschaft zu vermitteln, dass er und sein Umfeld die Lage wieder in den Griff zu bekommen versuchen und mit grösstem Engagement nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.


Quote in Energy Downtown vom 12. August 2025

Story:

In jüngster Zeit hat sich Influencer-Marketing zu einer starken und effektiven Werbemassnahme entwickelt, die sich auch – und gerade – im Gastgewerbe immer grösserer Beliebtheit erfreut. So darf es nicht erstaunen, dass auch die Berner Gastronomie auf die Reichweite und den Einfluss von Food-Influencerinnen und -influencern setzt. Die Tamedia-Titel porträtieren Anfang Juni die Jus-Studentin Sophie Dettwiler, die in den sozialen Medien pro Beitrag bis zu 340’000 Views erreicht und bis zu 1000 Franken verdient. Die Redaktion bittet den Kommunikationsexperten um eine Einordnung.


Einschätzung:

Die zumeist subjektive und kaum reglementierte Arbeit von Bloggern und Influencerinnen bietet Raum für vielerlei Gesprächsstoff, sie ist daher ein dankbares Thema für den Kommunikationsexperten. Im kurzen Statement bietet sich allerdings nur Gelegenheit für einen Gedanken rund um die Auszeichnung von gekauftem Content.

Für die Userinnen und User bedeutet es nämlich einen Unterschied, ob die sie gewissermassen beratenden Influencerinnen und Influencer für diese Leistung bezahlt werden oder eben nicht. Den einzelnen Protagonisten empfiehlt der Kommunikationsberater daher für ihre eigene Glaubwürdigkeit, die einzelnen Beiträge klar mit «Ad» oder dergleichen auszuzeichnen, wenn sie gesponsert sind. Der Sparte der Content Creators rät er, sich mit Standesregeln Vorgaben für eine messbare und ethische Arbeit zu geben, wie das etwa schon die Schweizer Familienblogs mit einem eigenen Kodex gemacht haben.

Beitrag vom 2. August 2025 auf TeleBärn

Porträt von Sophie Dettwiler in «Der Bund»

Story:

Die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) des Kantons Bern lanciert auf TikTok ein Reel, das darauf hinweisen soll, dass im Kanton Bern noch 1'000 Lehrstellen offen sind. In der Medienmitteilung dazu fügt sie an, dass die «Last-Call»-Kampagne auf TikTok «die zahlreichen, bewährten Angebote und Massnahmen» ergänze. Mit der neuen Kampagne wolle sie die Jugendlichen möglichst direkt erreichen.

TeleBärn will vom Kommunikationsexperten wissen, was er von der Kampagne hält.


Einschätzung:

Fraglos ist es ein richtiger, guter und konsequenter Schritt, die Generation Z für die Berufswahl auf einem von ihr bevorzugten Kanal wie TikTok anzusprechen: Ihre Angehörigen verbringen dort bis zu 90 Minuten täglich und konsumieren den Content nicht nebenbei (wie einen TV-Spot), sondern setzen sich damit auch auseinander. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Reels zu einzelnen Lehrbetrieben oder Berufsbildern reges Interesse finden.


Einzig von der Produktion des Reels zeigt sich der Kommunikationsberater aus verschiedenen Gründen weniger begeistert:

Insgesamt bezweifelt der Kommunikationsexperte also, dass das Reel seine Ziele hinsichtlich Awareness oder Engagement erreicht.

Beitrag vom 28. Juli 2025 auf TeleBärn

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