Clubhouse ist derzeit buchstäblich in aller Leute Munde. Der kometenhafte Aufstieg der App kündigt eine Entwicklung an – weg von der Schrift, hin zur gesprochenen Sprache.
Die Audio-Chat-Plattform Clubhouse ist erst seit April 2020 am Start, hat hierzulande in den letzten Monaten aber einen veritablen Hype erfahren. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, Audio-Medien erleben derzeit einen Höhenflug. So schiessen Podcasts wie Pilze aus dem Boden, selbst der IKEA Katalog wird nicht mehr in bibelähnlicher Auflage gedruckt, sondern erscheint als Hörbuch. Glaubt man den Propheten, werden wir schon bald nicht mehr Tastaturen bedienen, sondern unsere Geräte über Voice-User-Interfaces steuern.
Für uns PR-Berater durchläuft Clubhouse eine übliche Social-Media-Karriere: Derzeit diskutieren wir, wie die User ihren Auftritt optimieren sollten. In der nächsten Phase werden wir herausfinden wollen, wie Firmen mit der App an ihre Dialoggruppen herankommen und diese kommerzialisieren können.
Gerade für das SMI als Bildungsinstitut ergeben sich mit den Rooms interessante Chancen: Studierende diskutieren (über Klassen hinweg) gemeinsam, Dozenten veranstalten Übungen usw. Noch gibt’s Clubhouse erst für iOS, was ausgrenzt. Mit Instagram und Twitter steht die Konkurrenz aber schon bereit, um ein besseres Angebot zu präsentieren und Clubhouse allenfalls zu überholen.
> Die Kolumne im Web
„Storytelling“ heisst im zeitgemässen Marketing-Mix das Zauberwort der (letzten) Stunde. Um sich seiner Magie zu bemächtigen, braucht es indessen keine Hexenmeister.
Sie werden Bescheid wissen: Storytelling bedeutet, ins Deutsche übertragen, Geschichten erzählen. Wenn Sie nun aber zehn Marketing-Leute danach befragen, was Storytelling ausmacht, werden Sie zehn verschiedene Antworten erhalten. Weil offensichtlich kein einheitliches Begriffsverständnis zu dieser vermeintlich neuen Marketing-Disziplin vorhanden ist, fehlen denn weitgehend auch Methoden, um diese in den eigenen Marketing-Mix einzuführen. Also behelfen sich viele Organisationen damit, externe Berater beizuziehen, die das Aufsetzen eines Storytellings richten sollen. (Was natürlich keineswegs falsch ist, wir wollen ja auch gelebt haben.)
Bloss: Schon das Poster im Schaufenster der Metzgerin, das ein glückliches Kälbchen auf der saftigen Wiese zeigt, ist bereits Storytelling. Will heissen: Erzählenswerte Storys gibt es in den allermeisten KMU zuhauf. Als Geschichtenerzähler müssen Sie bloss eine Systematik finden, um überhaupt auf sie zu stossen. Und dann erzählen Sie sie. Oder lassen sie – noch besser – Ihre zufriedenen Kunden erzählen. In Text, Bild oder Video. In Ihren owned media, also etwa auf Ihrer Website oder Ihren Social-Media-Kanälen. Oder eben in Ihrem Schaufenster. Und schon betreiben Sie ein Storytelling, das wunschgemäss emotional Wissen weitergibt, Sachinformationen vermittelt oder Problemlösungen aufzeigt.
> Die Kolumne im Web
Story:
Die junge Grüne, die jungen Grünliberalen und die Tierschutzorganisation «Animal Rights» fordern ein Verbot der Mitfinanzierung des Bundes an der Werbung für Schweizer Fleisch.
Einschätzung:
Der - nicht ganz statthafte - Vergleich mit Alkohol und Tabak zeigt, dass ein Verbot von Werbung sich tatsächlich negativ auf den Konsum auswirken kann.
Story:
Das Handyvideo eines Skifahrers in einem Bergrestaurant, in dem er sich unflätig über die Corona-Massnahmen des Bundesrates ausnimmt, geht viral. Derlei beleidigende Social-Media-Post nehmen derzeit in Anzahl und Rustikalität zu.
Einschätzung:
Das Phänomen ist nicht neu und erstaunt daher nicht. Wutbürgern geht es primär darum, ihre angestauten Aggressionen loszuwerden.
Story:
Daniel Schafer, der CEO von Energie Wasser Bern, übernimmt voraussichtlich ab 1. September 2021 die Nachfolge von Bernard Guillelmon als neuer Direktor der BLS.
Einschätzung:
Die BLS erbringt eine gute Arbeit und hat ein gutes Image. Auf den neuen CEO warten allerdings mit den neuen Werkstätten im Chliforst, der Halbtax-Problematik und den Ereignissen rund um Mitholz und Blausee drei anspruchsvolle Baustellen.
Story:
Die Migros fährt eine augenzwinkernde Kampagne für die Vegi- und Veganmarke, in der sie den direkten Konkurrenten Coop anspricht. Am Bahnhof Bern, vis-à-vis das Karma Ladens, verkündet ein Plakat: "Lieber Coop, wir glauben auch an Karma."
Einschätzung:
Derartige vergleichende Werbung kennt man eher im angelsächsischen Raum, sie kann aber mit einem agenda setting verstärkend wirken. Zu bedauern ist, dass Coop den Ball nicht aufgenommen hat und in einen bittersüssen Dialog getreten ist.
Story:
Das Bundesamt für Gesundheit startet seine Impf-Offensive, um ab Januar 2021 täglich 70'000 Leute gegen das Coronavirus zu impfen. Noch herrscht in der Bevölkerung aber eine grosse Skepsis gegenüber der Impfung.
Einschätzung:
Der Kampagne muss es gelingen, eine Balance zwischen Anreiz und Druck zu finden.
Story:
Ein neuer Spot soll Bernerinnen und Berner animieren, sich schon bei den kleinsten Anzeichen für Corona testen zu lassen. Ein junger Mann berichtet einer jungen Frau bei einer zufälligen Begegnungen spontan und ungefragt von seinen negativen Charakterzügen.
Einschätzung:
Die Botschaft "Besser, man weiss gleich Bescheid" ist einfach und einprägsam, erreicht über die richtigen Kanäle ein richtiges Zielpublikum, ist insgesamt also sicher gut gemacht.
Story:
Ein WhatsApp-Video macht die Runde, das Spitäler und Behörden beschuldigt, die Coronazahlen zu manipulieren. Facebook-Posts, welche die Corona-Testresultate anzweifeln, finden grosse Verbreitung.
Einschätzung:
Fake News rund um Corona sind in einer ersten Phase aus Unwissenheit, später aber mit der Absicht auf Agitation entstanden. Für die Meinungsbildung (rund um Covid-19) verlässt man sich besser auf Qualitätsmedien als auf die eigene Filter Bubble.
Story:
Derweil Simonetta Sommaruga warnt, rund um Corona sei "fünf vor zwölf", lässt Ueli Maurer verlauten, Angstmacherei und pauschale Verschärfung in der Corona-Krise seien nicht der richtige Weg. Im Publikum macht sich Verunsicherung breit.
Einschätzung:
Die Vielzahl von Absendern der Informationen - sowohl bei den Behörden als im Nachgang auch in den Medien - erschwert es dem Publikum, den Kern der Botschaften zu identifizieren. Ein Harmonisieren unter den Informierenden und das Benennen eines neuen "Mister Corona" würde die Glaubwürdigkeit der Kommunikation stärken.