Story:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und hierzulande das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV fordern Einschränkungen beim Marketing für stark zucker- oder fetthaltige Lebensmittel, um Kinder zu schützen. Diese Forderung löst in der Lebensmittelindustrie und im Handel Besorgnis aus.


Einschätzung:

Die Frage von Energy-Journalist Luzi Fricker, ob derlei Verbote denn überhaupt sinnvoll und zielführend sind, ist natürlich ausgesprochen schwierig zu beantworten:

Quote in Radio Energy am 26. Februar 2024

Story:

Temu, der Onlineshop, der mit seinen Ads in sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok auffallend präsent ist, wächst komentenhaft und setzt bereits Milliarden um - obwohl es ihn erst seit Juli 2022 gibt. Da die Zielgruppe der Plattform und die Hörerschaft von Radio Energy (eine digital affine Kundschaft) sich recht ähnlich sein dürften, interessiert sich die Redaktion für das Phänomen.


Einschätzung:

Temu kombiniert äusserst erfolgreich zwei Faktoren:

Der Marketing-Mix umfasst denn auch eine ganze Reihe von modernen Elementen:

Quote in der Morgenshow von Radio Energy Zürich am 23. Januar 2024

Quote in der Morgenshow von Radio Energy Zürich am 23. Januar 2024

Quote in der Morgenshow von Radio Energy St. Gallen am 23. Januar 2024

Story:

Beim Stanley Cup kann es sich auch um eine Eishockey-Trophäe, im vorliegenden Fall aber um einen Thermobecher handeln, der in den USA seit 111 Jahren auf dem Markt ist. Gerade in jüngster Zeit ist er aber so beliebt wie sonst keiner im Angebot - nicht zuletzt dank unzähligen Videos in den Sozialen Medien. Radio Energy möchte vom Experten wissen, wie es zu diesem Hype gekommen ist.


Einschätzung:

Hinter dem Stanley Cup steht vorweg ein hochwertiges Produkt mit langer Tradition. Es braucht aber die Anschubhilfe des Geschenke-Ratgebers «The Buy Guide» und ein Facelifting von Marketing-Guru Terence Reilly, um aus der vormals unauffälligen Flasche einen veritablen Lifestyle-Artikel zu machen. Ein virales Video, das zeigt, wie der Becher funktionstüchtig (und noch mit Eis befüllt) aus einem verbrannten Auto-Wrack geborgen wird, leistet den Rest, um aus der Marke Kult zu machen.

Das zeigt: Sowohl eine saubere Marketing-Strategie als auch das Ausnutzen von Opportunitäten können einen Hype erzeugen. Der Idealfall ist natürlich, wenn beides aufeinandertrifft.

Erste Staffel Quotes in der Show von Radio Energy am 11. Januar 2024

Zweite Staffel Quotes in der Show von Radio Energy am 11. Januar 2024

Story:

Für ihren aktuellen Weihnachtsspot reaktiviert die Migros den putzigen Wichtel Finn, der zuletzt in den Jahren 2017 und 2018 die Herzen der Kinder und des Publikums im Sturm erobert hat. Alleine die Publikation eines kurzen Teasers auf Instagram findet sofort die Aufmerksamkeit der Publikumsmedien.


Einschätzung:

Die Weihnachtsspots der Grossverteiler haben sich in jüngster Zeit zu einem eigenständigen Genre entwickelt. Weil das Publikum in der besinnlichen Vorweihnachtszeit sehr sensibel auf allzu plakativ vorgetragene kommerzielle Botschaften reagiert, stellen sie nicht Produkte oder Leistungen ins Zentrum, sondern thematisieren Hilfsbereitschaft oder Nächstenliebe. Dies mit dem Hintergedanken, das Publikum für die Marke zu begeistern und die Kundenbindung zu stärken.

Quote vom 17. November 2023 auf Radio Energy

Story:

«20 Minuten» vermeldet, dass ein Dozent der Universität Bern auf X (vormals Twitter) den Angriff der radikal-islamistischen Hamas auf Israel gewürdigt hat: «Das beste Geschenk, das ich vor meinem Geburtstag erhalten habe.» Seine Partnerin, selber Institutsleiterin und damit seine Vorgesetzte, nimmt ihn im gleichen Beitrag in Schutz. Damit entsteht - einmal mehr - eine delikate Situation für die Universität Bern, die umgehend reagiert und Konsequenzen in Aussicht stellt.

Einschätzung:
Ein Disclaimer «opinions are my own» schützt in derlei Fällen natürlich keinesfalls: Personen, die gegen aussen eine Körperschaft repräsentieren, sind immer auch corporate influencer - erst recht, wenn sie den Arbeitgeber in der Biographie benennen und in der Lehre tätig sind. Die entsetzten Reaktionen aus dem Publikum bestätigen im konkreten Fall denn auch, dass ein sofortiger Imagetransfer stattfindet.

Die Universität Bern sollte also vorerst überprüfen, ob die Tweets nicht, wie vom Dozenten vorgebracht, aus dem Zusammenhang gerissen sind. Ist dem nicht so, ist sie gut beraten, wenn sie die erwähnten «einschlägigen Richtlinien» und die rechtlichen Grundlagen schnellstmöglich als Messlatte nimmt, um die Konsequenzen auszusprechen und durchzusetzen.

Beitrag vom 10. Oktober 2023 auf TeleBärn

Story:

Um das - zunehmend nostalgisch anmutende - Sommerloch zu füllen, macht die Redaktion von Radio Energy eine Geschichte zum Sommerloch und befragt dazu den Kommunikationsexperten.


Einschätzung:

Tatsächlich kann seit dem Aufkommen der Onlinemedien und der Social-Media-Plattformen von einem Sommerloch kaum mehr die Rede sein. Trotzdem finden in dieser Zeit immer wieder Nachrichten von grösserer Belanglosigkeit mediale Verbreitung. Dies auffällig oft in Zusammenhang mit Tieren, wie das unlängst die Verwechslung eines Wildschweins mit einem Löwen in Berlin gezeigt hat.

Nach seinen favorisierten Sommerloch-Geschichten befragt, nennt der Kommunikationsexperte schmunzelnd den aktuellen Hashtag #needashave von Alain Berset, den Kaiman im Hallwiler See und schliesslich den Kraken Paul, der während der Fussball-WM 2011 als Orakel für die Medien herhalten musste.

Quote vom 4. August 2023 auf Radio Energy

Story:

Am heurigen Gurtenfestival erfolgt die traditionelle Becherspende zugunsten des Kollektivs Café Révolution, das in der Folge auch mit einem Stand vertreten ist. Am Samstagabend veröffentlicht das Kollektiv allerdings ein Statement auf Instagram, wonach das Ausmass an erlebter Gewalt und Rassismus so gross war, dass es den Stand frühzeitig schliesst.


Einschätzung:
An diesem Entscheid ist bestimmt nichts auszusetzen. Allerdings ist es nach Dafürhalten des Kommunikationsexperten suboptimal und bedauerlich, dass das Café Révolution das Statement eigeninitiativ und einseitig publiziert hat. Das nämlich machte eine eilig verfasste Stellungnahme des Gurtenfestivals nötig, die erahnen lässt, dass auch dort nicht alle Fakten bekannt sind. In den Medien und im Publikum entsteht so der Eindruck, dass zwei unabhängige Parteien ihre eigenen Sichtweisen kommunizieren.

Demgegenüber hätte eine gemeinsame Erklärung von Gurtenfestival und Café Révolution nicht nur die Partnerschaft unterstrichen und eine grössere Reichweiter erzielt, sondern der Botschaft auch eine grössere Dringlichkeit verliehen.

Beitrag vom 18. Juli 2023 auf TeleBärn

Story:

Die Schweizerische Kriminalprävention und «Ihre Polizei» lancieren eine neue Sensibilisierungskampagne unter dem Titel «Dini Muetter», der eine bottom line «will dich nid im Knascht bsueche" erhält. Ziel der Kampagne ist, Jugendliche und junge Erwachsene auf die Gefahren hinzuweisen, die mit dem Mitführen von Messern im Ausgang einhergehen. Radio Energy fragt den PR-Experten, ob die Wahl dieses Titels glücklich ist.


Einschätzung:

Zugutehalten könnte man den Kampagnentitel allenfalls, dass er unter Umständen für Aufmerksamkeit sorgt. Tatsächlich ist er aber viel zu weit vom Thema entfernt, der Weg führt von «Muetter» über «Gefängnis» und «Messer» bis zu «Gewalt», womit der Erklärungsbedarf die Aufmerksamkeitsstpanne bei Weitem übersteigt. Kommt dazu, dass «Dini Muetter» (oft zusammen mit «isch hässig») schon stark von der feministischen Bewegung besetzt ist.

Quote vom 19. Juni 2023 auf Radio Energy

Story:

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Till Lindemann stehen die beiden Konzerte von Rammstein in Bern in der Kritik. Eine Petition der Juso, sie zu verhindern, scheitert allerdings. TeleBärn will vom Kommunikationsberater wissen, wie die Kommunikation von Rammstein einzuschätzen ist.

Einschätzung:
Die dürftigen Statements aus dem Umfeld von Rammstein sind gewissermassen ein Lehrstück dafür, wie Krisenkommunikation NICHT funktionieren sollte:

Beitrag vom 16. Juni 2023 auf TeleBärn

Linkedin-Post zur Rolle des externen Krisenkommunikators

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Story:

Im Juni 2023 veranstaltet die BMW Bühler AG im TCS Trainingscenter Stockental ein Fahrsicherheitstraining – explizit nur für Frauen. Suggeriert dieses Vorhaben etwa, dass Frauen schlechter Autofahren als Männer?
Die Redaktion berntoday.ch wendet sich an Herrmannkomm, um Verena Gliesche-Stettler einschätzen zu lassen, wie die Öffentlichkeit dieses Thema aufnehmen könnte. 


Einschätzung:

Das Angebot eines Fahrtreinings für Frauen ist fraglos ansprechend, weil:

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