Story:

Der Sänger Xavier Naidoo entschuldigt sich in einem Video-Statement für seine «verstörenden Äusserungen» und seine wirren Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie.

Einschätzung:
Inhaltlich ist das Video - abgesehen von einigen Unstimmigkeiten - in Ordnung: Naidoo zeigt sich einsichtig, reumütig und besserungswillig. Allerdings wirken sowohl der Zeitpunkt als auch der Ursprung der Einsicht (im Ausbruch des Krieges in Usbekistan) wenig glaubhaft. Zudem geht dadurch, dass Naidoo eine dreiminütige (geschliffene) Rede vom Teleprompter abliest, die existenziell wichige Authentizität weitgehend verloren.

Session 1 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Session 2 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Session 3 in der Morgenshow vom 21. April 2022 auf Radio Energy

Das Video-Statement von Xavier Naidoo auf YouTube

Story:

Mit "Suisse Secrets" wirft das internationale Recherche-Netzwerk Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) der Credit Suisse vor, über Jahre umstrittene Machthaber und korrupte Beamte als Kunden gehabt zu haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück, werde die Untersuchungen aber mit einer internen Taskforce unter Einbeziehung spezialisierter externer Experten fortsetzen.

Einschätzung:
Die Enthüllungen, die in den Medien auch als "nächstes Debakel" bezeichnet werden, aber noch auf ihren Gehalt zu prüfen sind, wirken sich negativ auf Image und Reputation der CS aus. Ebenso schwer wiegt aber, dass der Abfluss von 18'000 Kontodaten und die abermalige Störung im selbst auferlegten "Jahr der Beruhigung" einen nachhaltigen Vertrauensverlust darstellen.

Beitrag vom 21. Februar 2022 auf TeleBärn

Story:

In der Ausstellung "Gezeichnet" im Berner Museum für Kommunikation zeigen 50 Schweizer Karikaturistinnen und Cartoonisten gemeinsam ihre 200 wichtigsten Pressezeichnungen.

Einschätzung:
Zu Karikaturen und Cartoons hat es im Gespräch mit VJ Simon Schär tatsächlich eine ganze Menge zu sagen gegeben. Der Schere des Cutters schlussendlich nicht zum Opfer gefallen ist die Aussage, dass Karikaturen immer kommentierend-kritisch sind und dass sie diese Kritik mit Ästhetik und Intelligenz verbinden.

Beitrag vom 18. Dezember 2021 auf TeleBärn

Die Ausstellung "Gezeichnet" im Museum für Kommunikation

Story:

Der Weihnachtsspot der Migros zeigt Robin, eine "liebenswürdige Lieferdrohne", die an Menschlichkeit erinnern soll. "Lassen wir niemanden alleine" ist laut Mitteilung des Grossverteilers mehr als eine Werbebotschaft – es ist eine Mission.

Einschätzung:
Die Figur ist gut gewählt, weil die kleine Drohne weder Herz noch Seele hat, und doch einen grossen Charakter ausstrahlt. So ist sie ein gutes Aushängeschild für eine ganze Weihnachtskampagne, in der sich die Migros für mehr Miteinander engagiert.

Beitrag vom 16. Dezember 2021 auf Radio Energy

Der Weihnachtsspot auf Youtube

Story:

Die Betreiberinnen des Berner Restaurants Malso sagen der SVP-Fraktion der Stadt Bern das reservierte Weihnachtsessen ab. Nachdem 20 Minuten darüber berichtet, gehen auf dem Google My Business Eintrag der Gaststätte in kürzester Zeit zahlreiche schlechteste, aber auch beste Bewertungen ein.

Einschätzung:
Die grosse Zahl der Bewertungen könnte auf die Berichterstattung von 20 Minuten, aber auch auf eine orchestrierte Kampagne erboster User zurückzuführen sein. Die Tatsache, dass ausgesprochen viele der Bewertenden erst eine einzige Rezension abgegeben haben, legt zudem den Verdacht nahe, dass diese eigens für diesen Eintrag einen anonymen Account angelegt haben. Besonders infam sind derlei Bewertungen natürlich, wenn sie die schlechte Note nicht mit der Zutrittsverweigerung in Zusammenhang bringen, sondern die - offensichtlich nicht in Anspruch genommenen - Leistungen von Küche und Service bemängeln.

Beitrag vom 9. Dezember 2021 auf TeleBärn

Corporate Social Responsibility führt auch hier dazu, dass sich Firmen – mit neuen Motiven – in die Politik einmischen. Das mag einige irritieren, ist aber wünschenswert.

Natürlich engagiert sich die Wirtschaft seit jeher in der Politik – in ihrem ureigenen Interesse. Ganze Parteien betreiben Wirtschaftsförderung, eigene Wirtschaftsverbände lobbyieren für gute Rahmenbedingungen. Wie viel Geld sie in die Politik investieren, ist ein gut gehütetes Geheimnis.

Neu ist, dass sich auch Firmen, die für ein hohes Mass an Corporate Social Responsibility (oder unternehmerische Sozialverantwortung) bekannt sind, in die Politik einmischen. Sie wollen damit ihre Vorreiterrolle in Nachhaltigkeit wahrnehmen und die träge Politik zu rascherem Handeln zwingen. So hat etwa IKEA zuletzt in den Abstimmungen zum Vaterschaftsurlaub, zum CO2-Gesetz und zur Ehe für alle Stellung bezogen und Kampagnen gefahren. Das hat mitunter für Kopfschütteln gesorgt, User enervierten sich in Sozialen Medien über vermeintlich scheinheiliges «Virtue Signalling».

Der Reflex ist falsch. Ich arbeite seit vielen Jahren für IKEA und habe erfahren, wie glaubwürdig und integer das Unternehmen seine Werte lebt. Es ist kein anonymes Gebilde, sondern eine Ansammlung von Menschen. Menschen, die sich um die Zukunft des Planeten sorgen. Menschen, die sich in ihrer Eigenschaft als Unternehmer dafür einsetzen, die Gegenwart zu verändern. Ich wünsche mir (und uns), dass es bald mehr solche Unternehmen gibt!


Die Kolumne im Web

Seit Corona sind Fake News auch hierzulande ein virulentes Problem. Früh und laufend vermittelte Medienkompetenz und qualitative Informationsarbeit bieten aber Lösungen.

Natürlich entspricht es vielmehr einem Un-Trend, dass wir heute kaum mehr zu erkennen vermögen, welche News richtig oder falsch sind. Offensichtlich und zum veritablen gesellschaftlichen Problem ist dieser mit Covid-19 geworden: Ein Faktencheck wurde erst durch grassierendes Unwissen, dann mit der Verbreitung von konträren Expertenmeinungen immer schwieriger. Nur noch mit grossem Aufwand möglich wurde er aber, als vorsätzlich gefälschte Information vorweg über Soziale Medien und Messenger-Apps in Umlauf gerieten, um verschiedene Verschwörungstheorien zu begründen und zu legitimieren. Insbesondere lieferten sie den Nährboden dafür, dass wir heute nicht mehr das einig Volk von Brüdern und Schwestern sind.

Glücklicherweise hat das eben erschienene «Jahrbuch Qualität der Medien» etwas Hoffnung gespendet. Es erkennt zwar, dass Desinformation längst nicht mehr nur im Ausland, sondern auch hierzulande ein Problem ist – für viele Schweizer sogar ein sehr grosses. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Schweiz aber gegen Falschinformationen widerstandsfähiger. Zudem hat die Informationsarbeit der professionelle Qualitätsmedien, von Bund und den Behörden gut abgeschnitten. Der Grossteil der Bevölkerung nimmt denn auch sie in Anspruch, um Fake News auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.


Die Kolumne im Web

Story:

Eine Berner Kantonspolizist wird abgelichtet, als er sich - wie sich nachträglich herausstellt - Trycheln auf die Schulter legt, um deren Gewicht zu erspüren. Das Bild taucht kurz darauf auf Telegram und anderen Kanälen der Massnahmen-Gegner auf.

Einschätzung:
Erst die Bildlegende kann ein Bild mit einer Botschaft aufladen. Je nach Absender kann diese von "Als dein Freund und Helfer sucht die Polizei den Dialog mit der Bevölkerung" bis hin zu "Polizist macht an Demo mit und hinterfragt so die Obrigkeit" reichen.

Beitrag vom 24. Oktober 2021 auf TeleBärn

Story:

Die Freidenker Vereinigung Schweiz lanciert mit einem Plakat von "Impfelix" den Abstimmungskampf zum Covid-Gesetz. Aber auch die Massnahmen-Gegner haben ihre Plakate angebracht.

Einschätzung:
Die Kampagne der Gegnerschaft ist relativ klassisch und bringt die bekannten Argumente. Im Vergleich dazu bedient sich die Mini-Kampagne mit dem "Freiheitsimpfler" einer grossen Portion Humor und Mutterwitz, was sie - im Umfeld einer emotionalen und oft wütenden Debatte - ausgesprochen sympathisch macht.

Beitrag vom 11. Oktober 2021 auf TeleBärn

Story:

Der Berner Regierungsrat ist mit der Impfquote noch nicht zufrieden und plant eine neue Kampagne, um Unentschlossene für die Impfung zu gewinnen.

Einschätzung:
Die Behörden verbreiten mehrheitlich die Botschaft "Impf dich, um dich vor Covid und Long-Covid sowie deine Mitmenschen zu schützen". Sie ist denn auch gehört worden, wer sie als Motiv hatte, ist heute geimpft. Die 100'000 noch unentschiedenen Menschen werden also auf eine andere Botschaft hören. "Zurück in den Alltag" zu wählen und damit auf die wiedergewonnene Lebensqualität mit dem Zertifikat hinzuweisen, ist daher folgerichtig.

Beitrag vom 8. Oktober 2021 auf TeleBärn

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