Story:
Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump seine Zölle für die Schweiz auf unerwartet hohe 39 Prozent ansetzt, erreicht diese ausgerechnet am Nationalfeiertag. Entsprechend schnell, schwarzseherisch und emotional sind die Kommentare aus den Medien, aus der Wirtschaft und aus der Politik. Die Redaktion von Radio Energy stellt den Kommunikationsexperten also vor die Frage, ob der Bundesrat schlecht kommuniziert und damit einen erheblichen Vertrauensverlust erlitten hat.
Einschätzung:
Eine fürwahr delikate Aufgabe für den Kommunikationsberater, der hierzu abwiegelt: Auf der einen Seite hat der Bundesrat – in einer Frage nationalen Wohlbefindens – in seiner Kommunikation kurzfristig Transparenz und Geschwindigkeit vermissen lassen: Der Zollhammer hätte bestimmt Gegenstand der 1. August-Reden sein müssen. Zudem hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter das Telefongespräch mit Präsident Donald Trump vorerst anders geschildert, als es sich nachträglich herausgestellt hat.
Auf der anderen Seite möchte der Kommunikationsberater nicht nur schlechte Noten verteilen. Der Bundesrat hat – in der Ferienzeit – nach einem ersten Schock schnelles Reaktionsvermögen gezeigt und sich von den Unkenrufen aus Medien, Politik und Wirtschaft nicht aus der Ruhe bringen lassen: In einer nachgelagerten Phase ist es ihm gelungen, Ruhe auszustrahlen, der Emotionalität Besonnenheit entgegenzuhalten und insgesamt die Botschaft zu vermitteln, dass er und sein Umfeld die Lage wieder in den Griff zu bekommen versuchen und mit grösstem Engagement nach einer einvernehmlichen Lösung suchen.