Story:
Wieder mal die Migros: Diesmal publiziert die Zeitung «Work» der Gewerkschaft Unia die Geschichte, dass in den rund 200 Filialen der Migros Aare Plakate ausgehangen sind, die bei den Mitarbeitenden für tüchtig Unmut sorgen. Unterzeichnet von den «Spezialisten Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz» belehren sie das Personal in schulmeisterlichem Ton über die angeblichen Folgen ihres vermeintlich zu risikoreichen Privatlebens. Das Boulevard nimmt die Story auf, und so meldet sich auch die Redaktion von TeleBärn beim Kommunikationsexperten, um zu erfahren, was er davon hält.
Einschätzung:
Tatsächlich ist es eine ganze Kaskade von Fehlern, die zu diesem Malheur geführt hat. An erster Stelle ist zu nennen, dass gerade die «Spezialisten Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz» wissen sollten, dass die Kommunikation in ihrem Fachgebiet eine delikate Aufgabe ist, die ein subtiles Vorgehen verlangt - erst recht, wenn sie das ausserberufliche Leben der Mitarbeitenden tangiert. Hier ist eine persönliche Kommunikation von Mensch zu Mensch unabdingbar, die Raum für Reaktion und Dialog lässt; aber nie und nimmer eine Einwegkommunikation via Plakat.
Kommt dazu, dass die «Spezialisten» offensichtlich ohne Rücksprache mit der Kommunikationsabteilung und dem HR vorgegangen sind (die fraglos interveniert hätten), dass ihr selbstgebasteltes Layout weit entfernt vom CD der Migros alles andere als offiziell wirkt und dass der Ton tatsächlich herablassend und «schulmeisterlich» wirkt, wie das «Work» zurecht feststellt.
Beitrag vom 27. Februar 2026 auf TeleBärn (ab 12:34)